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Ich muss vorweg einräumen, dass ich nicht direkt ein großer Depeche Mode-Fan bin, mich jedoch immer wieder freue, irgendwo ihre Musik zu hören. Zwar gehöre ich damit eventuell sogar zur Gruppe der verpönten Konzertbesucher, die nur große Hits hören wollen, aber wie dem auch sei: Wo sich ein großer Name wie Depeche Mode quasi vor meiner Haustür ankündigt, wollte ich dem Spektakel selbstverständlich auch beiwohnen. Außerdem hatte sich zu diesem großen Ereignis selten gesehener Besuch aus Koblenz angekündigt, womit also Besuch und Konzert zusammenfielen.
Da wir keine Lust hatten, schon Stunden früher da zu sein und mit einem Platz etwas weiter hinten ganz gut leben konnten, wurde der Tag lieber genutzt, dem Besuch ein bisschen was von Leipzig zu zeigen, also führte der Weg Nachmittags erst einmal zum Auensee, bevor wir uns so gegen 18 Uhr auf den Weg zur Festwiese machen und auch erstaunlich schnell hereinkamen. Nachdem für das leibliche Wohl gesorgt war, hörten wir uns mit einem kühlen Bier (sehr wohltuend bei den heißen Temperaturen) von Weitem auf dem Hügel sitzend die erste Vorband Scarling an, die zwar nett klang, mir aber irgendwie nicht viel gab. Wir vergnügten uns also die weitere Zeit mit einigen Bieren und lauschten von etwas näher an der Bühne den Tönen von Goldfrapp, die zumindest mir durchaus gefielen, mir aber auch von Weitem reichten, da ich selber merkte, dass ich wegen Depeche Mode da bin. Groß war die Euphorie, als mir beim Getränkekaufen auf einmal 13,- Euro Wechselgeld gegeben wurden, obwohl ich nur 10,- Euro hingegeben hatte. Zwar ein nebensächliches Erlebnis, aber es hob die gute Laune noch ein wenig an und wir suchten uns bald einen Platz in der Masse, um Depeche Mode einigermaßen gut sehen zu können.
Dann sollte es auch irgendwann losgehen. Mit akzeptabler Sicht begann das Konzert und die Begeisterung schwappte schnell durch die Reihen bis ganz nach hinten. Ein schönes Konzert mit vielen Hits und gut eingewobenen Stücken aus der aktuellen CD Playing the Angel, das von Anfang bis Ende zu begeistern wusste, was beileibe nicht jede Band zu schaffen vermag.
Das Konzert an sich war sehr gelungen und die Band verstand es gut, die Masse bei Laune zu halten und bot dabei eine gelungene Bühnenshow, die durch die Videoprojektionen noch einmal gut verstärkt wurde. Mir persönlich zauberte es vor allem bei Stripped und Walking in my shoes eine Gänsehaut auf den Körper.
Aber es war nicht nur das Konzert an sich, das die Stimmung perfekt machte, vielmehr war es die Gesamtheit der Dinge, die den Tag besonders machte: Ein so friedliches Konzert inmitten von 60000 Leuten, die guter Dinge ein und dieselbe Band feierten an einem schönen Sommertag – so was erlebt man in der Art selten.
Was mich ansonsten noch beeindruckte, war die wirklich gute Organisation: So dauerte es vom letzten Stück des Konzertes bis zu mir in die Wohnung nicht einmal 45 Minuten, so flott ging es vom Konzertgelände runter und in die Straßenbahn. Daher an dieser Stelle auch ein Lob an die Stadt Leipzig und die Leipziger Verkehrsbetriebe.
Und nicht zu vergessen natürlich: Ein ganz großes Dankeschön an Depeche Mode für diesen gelungenen Sommertag!
Text: Marius
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