PLUSWELT FESTIVAL 2005

17.09.2005 Moritzbastei in Leipzig




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Bericht DIORAMA - GIRLS UNDER GLASS - PAINBASTARD - MICHIGAN

- mit offiziellem Statement von ZAPHOR (GIRLS UNDER GLASS) zum Auftritt -

Bereits seit Jahren gehört das PLUSWELT Festival im nordrheinwestfälischen Krefeld zu den etablierten und sehr erfolgreichen Veranstaltungen der gleichnamigen Agentur. Diesmal sollte es erstmals zeitgleich zum Event in Krefeld (CLIENT, CLAN OF XYMOX, SEABOUND - Bericht unter www.reflectionsofdarkness.com) auch ein solches Festival in der heimlichen Szenehochburg Leipzig mit Auftritten von 4 Bands stattfinden.

So setzten wir uns recht früh am Abend des 17. September 2005 in Richtung L.E. in Bewegung, denn der Beginn wurde für 20.30 Uhr angekündigt.
Zügigem Einlaß gedankt, befanden wir uns rasch in den uns bereits wohlbekannten Gängen der Moritzbastei und bewegten uns zur "Veranstaltungstonne". Schon hörten wir die ersten Klänge aus dem Innern. MICHIGAN, die derzeit auch als Support von DIORAMA unterwegs auf Tour sind, hatten gerade mit ihrem Auftritt begonnen.
Die "Tonne" war mit in lockeren Grüppchen stehenden Besuchern gefüllt, die neugierig dieser Newcomerband lauschten. Und die aus Schweden importierte Band konnte mit ihrem Elektropop, welcher uns zeitweise an den Sound von DE/VISION und IRIS erinnerte, punkten. Die eingängigen, gefühlvollen Melodien in Verbindung mit dem ausdrucksstarken Gesang wirken sehr authentisch. Gespielt wurden hauptsächlich Stücke vom aktuellen Longplayer 'Ultimate Sky'. Obwohl MICHIGAN bis dato augenscheinlich der kleinste Teil der Anwesenden wirklich kannte, gab es wohlwollenden Beifall für die Jungs.
Ein gelungener Einstieg für den Konzertabend und ein Name den ihr euch noch merken solltet.


Nach kurzer, ca. 20minütiger Umbaupause, die gerade so für einen Ausflug zum Merchandise-Stand und zurück reichte, kündigte ein infernalisches Intro mit Videoprojektion auf der in dichten Nebel gehüllten Bühne, die Ankunft vom PAINBASTARD höchstpersönlich an.
Live unterstützt durch einen Keyboarder, startete dieser sein Endzeit-Electro-Gewitter und schaffte mit 'Nervenkrieg' vom aktuellen Longplayer gleich den passenden Einstieg.
Das Ein-Mann-Projekt PAINBASTARD hat es geschafft, mit 2 offiziellen Alben mittlerweile eine ansehnliche Anhängerschar zu erobern. "Overkill" heißt das aktuelle Album und war auch das Motto des Auftritts. Nicht lange buhlen mußte er, um mit Hilfe krachender EBM-Sounds und deutlichen Zerrstimme-Messages im Stile von SUICIDE COMMANDO und auch früheren :WUMPSCUT:-Werken, den Besucherpulk im Handumdrehen zum Tanzen zu animieren.
Ist dir das Strobo zu stark, bist du zu schwach! - Jedenfalls sahen wir nach ein paar Songs mit Dauerblitzlicht aus Richtung Bühne so einige Leutchen schwankend den Raum verlassen. Dieses Licht könnte man gewiss effektvoller nur an bestimmten Stellen einsetzen.
Dass er auch viel Humor hat, bewies PAINBASTARD-Alex mit lockeren Sprüchen, als er mitten im Set eine von Electroacts so sehr gefürchtete Technikpanne überbrücken "durfte".
Insgesamt ein souveräner Auftritt vor einer Menge gut gelaunter Fans, des mit Abstand härtesten elektronischen Gigs an diesem Abend.

PAINBASTARD Setlist:
1. Intro + Nervenkrieg
2. Final Day
3. Common wealth
4. Short moment of love
5 Obituary
6. Todesengel
7 System failed
8. Damned to suffer (remix)



Zum Auftritt der Electro-Wave-Meister von GIRLS UNDER GLASS hatte sich die "Tonne" angenehm gefüllt. - Heißt, genügend eingefleischte Fans und neugierige Zuschauer als Vorraussetzung für ein schönes Konzerterlebnis auf beiden Seiten. Dabei blieb noch ausreichend Platz zum ordentlich Abrocken vorhanden. Gespannt wartete man nun auf das Kommende.
Zu den ersten Klängen von "Touch Me" nahmen die Bandmitglieder Hauke Harms und Axel Hermes, mit Verstärkung durch Gastmusiker Lars Baumgardt, nacheinander ihre Plätze ein und zuletzt trat Sänger Zaphor an's Mikro und gab sofort Gas.
Wirkte das Publikum beim ersten Song noch etwas zurückhaltend, so stieg das Stimmungsbarometer spätestens ab Track 3 "When I Think About You" vom aktuellen Album steil nach oben. Die Leute gingen voll mit und auch von der Band schien eine gewisse Anspannung abzufallen. Einen ersten Höhepunkt bildete danach das bei uns immer gänsehauterzeugende geniale "Truly Living" vom bereits angesprochenen aktuellen Album "Zyklus". Den Song "Ohne Dich" widmete Zaphor seiner kleinen Tochter, die an diesem Abend zum allerersten Mal ein Konzert live erleben durfte. Wie hat es ihr wohl gefallen? Der Song verfehlte seine Stimmung jedenfalls auch ohne die vom Album bekannte Duettstimme von Peter Spilles nicht.
Neben "Zyklus"-Stücken kamen natürlich auch Klassiker nicht zu kurz.
"Humus" durfte da genau so wenig zur gelungenen Abrundung fehlen, wie die clubtaugliche Version von Madonna's "Frozen" kurz vor dem vielfach geforderten Zugabenblock. Die GIRLS absolvierten an diesem Abend den letzten Auftritt 2005 im Rahmen ihrer Tour und hatten sich extra etwas Besonderes einfallen lassen: So wurde unter anderem "Deliverance" nach Ansage von Sänger Zaphor zum ersten Mal überhaupt live dargeboten. Mit "Erinnerung" wurde die Band schließlich unter Beifall von der Bühne entlassen und in positiver Erinnerung wird auch allen Anwesenden dieser Auftritt in einmaliger Clubatmosphäre bleiben.

Hier für euch noch einmal die komplette Setlist GIRLS UNDER GLASS:
Touch Me
Erinnerung
When I Think About You
Truly Living
Feuerengel
Burning Eyes
Deliverance (Rock Version)
Humus
Du bist das Licht
Die Zeit
Ohne Dich
Frozen

Zugaben:
Reach For The Stars
Erinnerung (Club Version)



Wie man aus Gesprächen nach dem Konzert heraushören konnte, war die Show auf sehr postivive Resonanz gestoßen. Für uns waren die GIRLS sogar der heimliche Headliner des Abends. Aber es sollte ja noch eine Band folgen, deren Fans sich vereinzelt bereits den gesamten Abend vor der Bühne verschanzt hatten, um den Auftritt von Torben und seiner Band DIORAMA hautnah erleben zu können.



Befragt nach seinem Eindruck zum Leipziger Gig, schrieb uns GIRLS UNDER GLASS-Sänger Zaphor folgende Zeilen:

Um ehrlich zu sein war die Messlatte, ein gutes Konzert in Leipzig zu geben sehr hoch, da wir auf dem WGT Gig einige Monate vorher im Werk2 eines der besten Konzerte unserer Karriere abgeliefert hatten und das unter absoluten Top-Bedingungen (siehe Lightshow, Bühnegröße, supervolles Venue etc.).
Von daher war unsere Motivation, wenigstens im Ansatz an dieses Top Event anzuknüpfen, entsprechend groß. Vor 200 Leuten in der Moritzbastei zu spielen ist natülrich eine grundsätzlich andere Sache, aber es war spannend zu sehen, dass das Publikum, genau wie wir erstmal "ankommen" musste. Ich habe einige Songs gebraucht, um in der Musik drin zu sein, um vom Drumherum loszulassen und wirklich Gas geben zu können. Das ist mir dann zum Ende des ersten Drittels gelungen und adäquat dazu taute auch das Pubilkum auf.
Davon angestachelt haben wir dann wirklich versucht alles zu geben und die Leipziger haben diese unausgesprochene Botschaft angenommen und entsprechend honoriert. Von daher waren wir mit dem Konzert wirklich sehr zufrieden, weil es offensichtlich nicht Menschen waren, die uns aufgrund unseres Namens "aus der Hand" fressen, sondern die wirklich überzeugt werden wollten. Und ich hoffe und denke auch, das haben wir soweit hinbekommen. Von daher war der Gig in Leipzig sehr gelungen. Zum musikalischen Inhalt möchte ich noch sagen, dass wir dem Leipziger Publikum etwas Besonderes bieten wollten.
Wir haben extra für dieses Konzert 3 Songs gespielt welche wir auf der gesamten letzten Tour nicht performt hatten (Deliverance, Du Bist das Licht, Erinnerung). Deliverance hatten wir noch nie vorher live gespielt und auch nie vorher geprobt. Das war, wenn man es genau nimmt, eine "Probe vor Publikum". Wir sind also nicht auf Nummer sicher gegangen, sondern haben eher im Auge gehabt, den Fans und Anwesenden ein paar neue Eindrücke mit auf den Weg zu geben. ZAPHOR


DIORAMA nutzten bereits im Frühjahr ihren Status als Vorband bei der Tour von VNV NATION ordentlich aus, um den Bekanntheitsgrad erheblich zu steigern. Mit Erfolg! Beim PLUSWELT Festival konnten sie nun also als Headliner die Bühne betreten. Dabei natürlich im Gepäck ihr Durchbruchs-Album "Amaroid", welches es zu Recht bereits bis an die Spitze der Deutschen Alternativ Charts schaffte.

DIORAMA hatten wie oben erwähnt, ihren Erste-Reihe-Fanblock bereits mitgebracht. So etwas erleichtert einen begeisterten Empfang der Musiker auf der Bühne ungemein. DIORAMA verbreiteten mit Hauptaugenmerk auf Sänger und Mastermind Torben eine sehr angenehme Stimmung im Publikum.
Mimik und Gestik von ihm unterstützen die Message der Songs deutlich und auch an Interaktionen mit dem Publikum mangelte es im Verlauf des Konzerts keineswegs.
Durch die ehrliche und lockere Art von Torben, mit Sprüchen an das Publikum, bildete sich zum Ende des Sets eine fast familiäre ausgelassene Stimmung heraus und die Band hatte augenscheinlich riesigen Spaß mit den PLUSWELT-Besuchern. Diese Tatsache wurde selbstverständlich von der Band mit großzügem Zugabenblock honoriert.
Mit Sicherheit hat die Band an diesem Abend wieder einige neue Fans hinzugewonnen.


So ging also dieser Konzertabend zu Ende und wer Lust hatte, konnte danach noch weiter in den Gängen der Moritzbastei wandeln und bei der musikalisch vielseitigen "All You Can Dance"-Party abfeiern. Oder man wechselte direkt in den gerade an neuer Stelle im Zentrum von Leipzig eröffneten Szene-Club Darkflower zur offiziellen Aftershowparty (
Besuchergalerie bei LVZ-online ) mit DJ Steffen (Sänger DE/VISION) und besiegelte so den angenehmen Abend.

Auf Wiedersehen bis zur hoffentlich zweiten Auflage PLUSWELT FESTIVAL Leipzig!

Bericht und Fotos: Falk Scheuring


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