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18.02.2006
Ich erinnere mich noch ganz gut an das Jahr 1998. An einem Freitag (17.April) machten wir uns auf den Weg genau in dieselbe Location.
Damals sollte die uns relativ unbekannte, aus Schweden stammende, innovative Electroband im Rahmen ihrer Tour (Veröffentlichung des "Europa"-Albums) dort auftreten.
Von dem symphatischen Trio kannten wir bis dato gerade eine handvoll vielversprechender Songs wie "Theremin", "Stalker" oder "Figurehead".
Als Vorband hatte sich übrigens eine Newcomerband Namens VNV NATION angesagt. Das Duo stellte sein Deutschlanddebütalbum "Praise the Fallen" vor und stimmte uns damit gut auf den Hauptact ein. Diese Band merken wir uns für die Zukunft vor!
Die Location war damals locker mit Besuchern gefüllt (den Rest erledigte massenhaft künstlicher Nebel von der Bühne) und wir erlebten in familiärem Rahmen den Auftritt einer wundervollen Band, die es uns von da an sehr angetan hatte - COVENANT.
Soweit zur Geschichte....
COVENANT heißt die etablierte und hoch geschätzte Electroband, welche das schwarz-elektronisch angehauchte Publikum am 18.Februar des Jahres 2006 wie magnetisch zum "Anker" in Leipzig hinzieht und den altehrwürdigen Tanzsaal fast aus den Nähten platzen läßt....
Die Erwartungen sind hoch, denn der Nachfolger vom Erfolgswerk "Northern Light", das angekündigte und von der Presse hochgelobte neue Album "Skyshaper" kommt erst zwei Wochen nach dem Ende der Tour, am 03.03.06 offiziell auf den deutschen Markt.
Doch zuerst sind die Supportbands ROTERSAND und CLIENT an der Reihe.
Pünktlich 21 Uhr betreten ROTERSAND die Bühne und finden mit ihrem Erfolgsstück "Merging Oceans" sogleich den richtigen Einstieg. Die erfolgreichen Durchstarter des letzten Jahres passen mit ihren straighten und minimalistisch-melodischen EBM-Electro und Songs im Up-Tempobereich bestens in das Warm Up -Programm von COVENANT.
Sänger Rasc vermag allein durch seine Erscheinung und sein Auftreten die Leute förmlich in den
Bann zu ziehen. Dennoch reagiert das Leipziger Publikum insgesamt relativ verhalten, ja abwartend auf die Power-Show. Fast scheint es, als würde eine Mehrzahl der Zuschauer die Band noch nicht einmal kennen und müßte
sich erst auf das Gebotene einstellen. Oder sind dies bereits lähmende Anzeichen aufgrund der beständig
steigenden Temperaturen im unklimatisierten Saal?
Schließlich läßt man sich dann aber doch noch aus der buchstäblichen Reserve locken und die Band wird während ihres relativ kurzen Sets bejubelt. Mit der Zugabe "Last Ship" ist eine halbe Stunde und sechs reguläre Stücke später das Eis zwischen Band und Besuchern dann gänzlich gebrochen, allerdings nimmt die Show damit
auch schon ihr unweigerliches Ende.... Auf baldiges Wiedersehen ROTERSAND!!
Setlist ROTERSAND:
Merging oceans
Almost violent
Lifelight
Electronic world transmission
Exterminate annihilate destroy
Undone
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Last ship
Nach relativ kurzer Umbauzeit betreten mit Sarah Blackwood (Gesang), Kate Holmes (Keyboard) und Bassistin Emily Strange, drei bezaubernde Ladies mit hinreichend Sex-Appeal die Anker-Bühne: CLIENT aus England.
Ihre Musik, minimalistischer Elektrosynthiepop und die (lichttechnisch) effektfreie Show kam bei dem hiesigen, nach EBM-Sounds lechzenden Publikum leider nicht so an. Zu statisch wirkte insgesamt der Ablauf.
Für Abwechslung sorgten lediglich die unterkühlt, fotogenen Posen von Sarah gemeinsam mit ihren Bandkolleginnen.
Das von ROTERSAND aufgebaute Stimmungs-Level wurde wieder ein gutes Stück zurück geschraubt. Die umgekehrte Reihenfolge der Auftritte, erschien uns als sinnvollere Variante. Der Schönheitsbonus allein genügte jedenfalls nicht, um zu überzeugen. Immerhin hatte sich in den ersten Reihen eine Fanschar des von
Andy Fletcher (Depeche Mode) gestützten Projekts versammelt und huldigte das Trio mit größtmöglichem Applause.
Viele nutzen auch die Zeit und kühlen ihre durch die mittlerweile in der zur Dampfsauna mutierten Location, um erhitzte Körper an den Bars versuchsweise auf Normalniveau zu kühlen.. . *g*
Nach einer halben Stunde Spielzeit gehen auch für CLIENT die Lichter auf der Bühne aus und geschäftige Vorbereitungen für den Hauptact des Abends beginnen.
23.00 Uhr...Ein grollendes Intro kündigt die Ankunft der drei Schweden von COVENANT schließlich an.
Im Hintergrund hängt ein großes Tuch mit COVENANT-Schriftzug, hinter welchem vorsichtig einige Lichter hervorblinzeln...
Nacheinander nehmen die Herren Clas Nachmanson und Joakim Montelius unter dem befreienden Jubel der Fans die
Plätze hinter ihren Keyboards ein. Zuletzt erscheint Eskil und tritt mit einem Lächeln auf den Lippen an sein Mikro.
Eine nicht ganz leichte Aufgabe steht vor dem Trio, denn immerhin stellt man den Fans an diesem Abend erstmals das neue Album vor, welches aus produktionstechnischen Gründen erst einige Tage später erscheinen wird.
Die Erwartungen auf beiden Seiten scheinen also groß und gleich das erste und neue Stück "20 Hz" mit seinen wabernd, dumpfen Beats versetzt die Leute mühelos in Entzückung und animiert zum Tanzen, sofern in dem dicht gedrängten Pulk vor der Bühne möglich.
Bereits ab dem zweiten, ebenfalls neuen Song "Spindrift" gibt es bei den Fans kaum ein Halten. Die Menge saugt die energiegeladenen Stücke förmlich auf und peitscht die Band an.
Joakim ist, wie auch die andern Beiden, sichtlich gut gelaunt und man zeigt sich hoch erfreut über die Begeisterung des Publikums.
Der Schweiß läuft zu Songs wie "Leiermann" und "Helicopter" mittlerweile auf beiden Seiten in Strömen und sprichwörtlich die Wände herunter. Und die Stimmung steigert sich weiter in Richtung Siedepunkt.
Dieser wird dann vorläufig mit der Livepräsentation der Album-Vorauskopplung "Ritual Noise" erreicht. Die Party ist im Gange! Während Joakim sehr beständig hinter seinem Keyboard ausharrt, unternimmt Clas fortwährend Ausflüge zum Bühnenrand in Richtung Publikum und unterstützt den herumwirbelnden Eskil.
Nach ein paar Songs fiel der Hintergrundvorhang zu Boden und eine einzigartige, aus abwechselnd in allen
Farben schillernde Dioden-Lichtshow erstrahlte... WOW!!
Einmal verpaßt Eskil seinen Gesangseinsatz, was ihm recht peinlich erscheint, doch das Publikum feiert ihn frenetisch mit "Covenant...Covenant..." Rufen und der Frontmann ist entzückt.
Die Band wirkt sehr authentisch, keine schlicht abgespulte Show, keine Standard-Lobphrasen an das Publikum, sondern Spielfreude pur, merkte man dem Trio an. COVENANT machen Musik aus Leidenschaft und wenn es dann noch so gut ankommt, wie hier beim Leipziger Publikum ist die Freude natürlich riesig.
So läßt man sich auch nicht lange um Zugaben betteln und verlängert das reguläre Set um zwei Zugabenblöcke.
Aber auch dies scheint nicht genug, denn die Fans rufen COVENANT für weitere Songs auf die Bühne.
Eskil, absolut happy und jetzt fast völlig verausgabt, trifft am Ende von "One World, One Sky" den Ton nicht mehr ganz... egal :-)
Zum Abschluß wird "The World Is Growing Loud" zelebriert. Das ruhige Stück bildet auch den Ausklang des "Skyshaper"-Albums und erzeugt so eine sensible Stimmung und einen gelunges Ende eines erinnerungswürdigen Konzertabends.
Wer noch nicht genug hatte, der begab sich anschließend in den Szeneclub "Darkflower" zur offiziellen Aftershowparty, wo mit der Band bis in den Morgen gefeiert wurde.
Setlist COVENANT:
1. 20 hz
2. Spindrift
3. Bullet
4. Go film
5. Leiermann (edit)
6. Helicopter
7. I am
8. The men (ext.)
9. We stand alone
10. Ritual noise
11. Stalker
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1. Happy man
2. Cead stars
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1. brave new world
2. Call the ships to port
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1. One World, One Sky
2. The World Is Growing Loud
COVENANT Tourdaten 2006:
02.02.2006 Magdeburg - Factory
03.02.2006 Hannover - Capitol
04.02.2006 NL-Amstelveen - P60
05.02.2006 Köln - Live Music Hall
07.02.2006 Dortmund - Soundgarden
08.02.2006 Frankfurt/Main - Batschkapp
09.02.2006 München - Alabamahalle
10.02.2006 I-Milan - Rainbow
11.02.2006 CH-Zürich - Dynamo
12.02.2006 A-Wien - Planet Music
13.02.2006 Nürnberg - Hirsch
15.02.2006 Görlitz - Landskron Brauerei
16.02.2006 Berlin - Columbia Club
17.02.2006 Glauchau - Alte Spinnerei
18.02.2006 Leipzig - Anker
19.02.2006 Hamburg - Markthalle
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