BURGNÄCHTE 2006

Wasserburg zu Rosslau in Sachsen-Anhalt

21. bis 24. September 2006



Festival Galerie von Samstag 23.September >>

DAS Festival mit einzigartigem Charme...
Bericht vom zweiten Festivaltag 23. September mit COINSIDE + FUNHOUSE + STENDAL BLAST + THE INVINCIBLE SPRIT + INKUBUS SUKKUBUS + ZERAPHINE


INKUBUS SUKKUBUS live @ Burgnächte Festival 2006
Die Burgnächte sind ein sicheres Zeichen, dass sich die Open Air Festivalsaison stark dem Ende entgegen neigt. Doch Wehmut sollte noch nicht aufkommen bei dem spätsommerlichen Wetter des 22. und 23. September 2006 mit Sonne satt, einer vielfältigen Bandauswahl vor romatischer Kulisse.

Wer die Wasserburg Roßlau noch nicht kennt: Es handelt sich dabei um eine sehr schön gelegene und gut erhaltene Burganlage aus dem Mittelalter. An deren Fuß hatte sich auch am Samstag allerlei schwarzes Volk versammelt um den Klängen altbekannter Bands zu lauschen und auch persönlich neue Favoriten zu finden.

Bereits am Vorabend hatten Bands wie SCREAM SILENCE, THE DREAMSIDE und CLAN OF XYMOX die Leute in den Bann gezogen. (Galerie folgt)

Als Opener am Samstag fungierten REPTYLE und SPLINTER. Wir führten uns als erste Band COINSIDE zu Gemüte. Nicht ganz unbekannt schien das Duo hier zu sein, denn zahlreich fanden sich mit COINSIDE-T-Shirts uniformierte Fans zum kollektiven abtanzen ein. 10 Jahre COINSIDE war auf den Shirts zu lesen. Die Setlist war dementsprechend eine Mischung aus mittlerweile 11 Jahren Bandhistory. Den ersten Lacher hatte der Sänger der rein elektronischen EBM-Combo gleich zu Beginn mit dem Spruch "Sorry, wir haben heute unsre Gitarren vergessen. Hoffentlich gehts auch mal so." Von da an regierten brachiale Electro-Inustrial-Beats die Bühne und animierten zur Bewegung.

Um 18.20 enterten die 5 Mannen von FUNHOUSE die Bühne der Burgnächte, welche uns bis dato ehrlich gesagt kein Begriff waren. Desto mehr waren wir von der Show äußerst begeistert. Die Schweden von FUNHOUSE hatten bereits 2002 einen begeisterten Auftritt beim HERBSTNÄCHTE-Gothic-Festival hingelegt, was der Band einen enormen auftrieb gab. Hier in Roßlau überzeugten mit spürbarer Spielfreude und Leichtigkeit im Umgang mit den Zuhörern. Frontmann Mikael Körner spielte Gitarre und sang dazu ohne sichtliche Anstrengung, dafür aber mit großer Freude, die ihm förmlich ins Gesicht geschrieben stand. So animiert ließ sich das Publikum zu begeistertem Beifall hinreißen. Der 45minütige Gig verging wie im Flug und die Anwesenden hätten allesamt gern noch eine Zugabe gesehen, doch der eh schon eng gesteckte Zeitplan ließ dies nicht zu.

An dieser Stelle sei auch lobend die gute technische Organisation erwähnt, denn bis zum Schluß gab es kaum zeitliche Verzögerungen im Spielplan. FUNHOUSE live @ Burgnächte Festival 2006

STENDAL BLAST sind immer noch eine Band die sehr polarisieren. Entweder man liebt sie..., oder man nutzt die Zeit, um beispielsweise einen MET auf dem Mittelaltermarkt um die Ecke zu trinken, oder sich am Lagerfeuer nieder zu lassen. Eine beachtliche Menge zog es jedenfalls zur Hauptbühne, als nacheinander Keyboarder Valek Devkar, Gittarist Bernhard Lottes und schließlich Kaaja Hoyda auftreten. Letzterer, nie um einen derben Scherez oder Spruch verlegen, stand zum ersten Song mit Tropenanzug inklusive Mütze und Brille auf der Bühne. Seine Erklärung dazu: Dies hier sei ein Open Air, und der Look paßt doch dazu. Kurzweilig waren demnach die 45 Minuten und Herr Hoyda verwiese auf seine anschließend stattfindende Lesung in den Katakomben der Burg.

Nun machten sich THE INVINCIBLE SPRIT an den Aufbau ihrer Technik. Die Urgesteine elektronischer Musik, am Bass Lydya, am Keyboard Hardy und Mastermind Thomas Lüdke brauchten wenig Überzeugung. Schon die ersten Takte ihrer Klassiker, zurück bis zu den Anfängen 1984, brachten die EBM-Fraktion zum ausrasten. Sänger Thomas fällt nicht gerade durch tänzerischen Bewegungsdrang auf, mehr jedoch beeindruckt er durch seine pure Erscheinung.

Beim Auftritt der Briten INKUBUS SUKKUBUS war die Herbstnacht schon längst über Roßlau herin gebrochen und die Lichtshow konnte über der temperamentvollen Sängerin sowie Tony McKormack (Keyboard, Gitarre), Adam Henderson (Bass) voll zur Geltung kommen. Immerhin seit 1989 zelebriert das Trio seine Vision von Gothic-Rock. Balladen und mitreißender Rock'n Roll Sound wechseln im Set in schneller Folge. Allem voran schillert Candia mit ihrer bezaubernden Stimme und ihrem Charme fängt sie bei häufigen Ausflügen an den Bühnenrand die Zuschauer förmlich ein und scheint mit den Fans in den ersten Reihen zu flirten. ZERAPHINE live @ Burgnächte Festival 2006

In der Umbaupause für den Festivalheadliner ZERAPHINE verzaubern Faulée Taubée mit einer kleinen aber feinen Feuershow die BURGNÄCHTE-Fans.

Dann endlich erscheinen, fast zur Geisterstunde, die Berliner Gothic-Metaller und spielen vornehmlich Stücke ihres brandneuen Albums "Still". Aber auch die Erfolgsstücke ihrer Bandgeschichte kommen nicht zu kurz und da taut das Publikum dann auf. Sänger Sven Friedrich wirkt an diesem Abend etwas angespannt und auch scheint es ein paar kleinere, aber störende technische Abstimmungsschwierigkeiten zu geben. Dies legt sich aber zum Ende hin und die Fünf liefern eine gelungene Headliner-Show ab.

Damit (und natürlich mit einer zünftigen Aftershowparty) ging auch dieses lange und mit viel Einsatz geplante Festival langsam zu Ende und wir möchten an dieser Stelle den Initiatoren für ein familiäres und lange in Erinnerung haftendes Festival danken! Letztendlich hoffen wir natürlich auf ein neues 3. BURGNÄCHTE FESTIVAL im Spätsommer 2007 an gleicher beschaulicher Stelle.

Bericht und Fotos:
Peggy Reichenbach / Falk Scheuring www.fs-digital.de


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