ORKUS Festival Clubtour 2 2006

Südbahnhof Chemnitz

7. Oktober 2006



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ORKUS Festival Clubtour 2006

10 Städte - 4 Bands - 29.September bis 8. Oktober 2006
mit PROJECT PITCHFORK + UNHEILIG + ZEROMANCER + DOWN BELOW


Nach dem äußerst erfolgreichen Start der neuen Orkus Club Tour - Reihe im Frühjahr 2006 ( mit AND ONE, ZERAPHINE, FUNKER VOGT, DIVISION KENT), ließ eine Fortsetzung nun also nicht lange auf sich warten.
Anfang Oktober 2006 setzte sich der Band-Tross, bestehend aus Mystic-Rockern DOWN BELOW, den Norwegern ZEROMANCER, UNHEILIG in Gestalt des Grafen und den Wave-Electrohelden PROJECT PITCHFORK in Bewegung.
Die Reise führte das Quartett durch 9 Städte in Deutschland,. so dass wohl jeder der auch mochte, in den Livegenuss dieser interessanten Konstellation kommmen konnte. Starke Schwankungen wies dabei das Stimmungs- und Besucherbarometer auf.
Wurden die Bands im Wiesbadener Schlachthof von einer recht geringen, da sich die Halle nur zu etwas über einem Drittel mit Besuchern füllte, war es beispielsweise in Magdeburg, Dresden und Chemnitz ein gänzlich anderes Bild. In Dresden ließ man sich vor ausverkauftem Haus von 1300 Fans feiern und in den kleineren Veranstaltungsräumen Chemnitz wurde bei saunaähnlichen Zuständen ebenfalls bestens Party gemacht.



07.10.2006 Chemnitz - Südbahnhof

Die stark an alte Zeiten erinnernde Location im Südbahnhof, wird dem Image der Independent-Kultur zumindest auch mitten im 3. Jahrtausend noch gerecht. :-/ Die Räumlichkeiten hatten jedenfalls mit Sicherheit schon bessere Zeiten erlebt und die Klimanlage (JA es gab sie wirklich!) wurde nur sehr sporadisch eingeschaltet. So wurde recht bald die Atemluftuft knapp und man sah häufiger Besucher, die nach etwas Frischluft schnappend die rettenden Vorräume aufsuchten.
Der Stimmung an diesem Abend sollte dies jedoch insgesamt keinen Abbruch tun. doch jetzt von vorn:

ZEROMANCER live @ Orkus Festival 2006 Während der letzten Songs des Openers DOWN BELOW trafen wir vor Ort ein. Down Below, die noch relativ junge Dark Rock-Band bestehen aus den sehr kreativen Mitgliedern Neo-Scope (Sänger), Carter (Gitarre), Convex (Bass) und Mr. Mahony (Drummer), war für uns keine Neuling mehr. Bereits bei Auftritten während des Wave-Gotik-Treffens konnten wir uns von dem Potenzial des oft mit der ägyptischen Mythologie anbandelnden Quartetts überzeugen. Dennoch waren wir erstaunt, wie gut sich die Band seitdem entwickelt hat.
Das wurde auch von dem schon zahlreich erschienen Publikum mit Beifall quittiert.

Als nächstes stehen also ZEROMANCER auf dem Programm. Auch nach komplett dreijähriger Funkstille hat die ehemalige Project Pitchfork-Supportband nichts an ihrer Power verloren. Sänger Alex Moklebust tobt wie ein Derwisch über die Bühne, während keiner der ZMR-Hits im Set der Band fehlte.
Und augenscheinlich eine Menge Fans ist ZEROMANCER über ihre Abwesenheit bis zum heutigen Tag treu geblieben und tanzt mit. Nun hofft die Anhängerschaft inständig auf ein neues Album, welches zumindest vage in einer Anspielung in aussicht gebracht wurde.
UNHEILIG Fans @ Orkus Festival 2006
Ein größerer Wehmutstropfen trübte den Auftritt: Der Sound ließ insgesamt doch stark zu wünschen übrig.

Nachdem die Norweger, begleitet durch den Jubel der Fans, das Feld geräumt haben, wird an der Bühne fleißig gewerkelt, neue Instrumente und überdimensionale Kerzenständer aufgebaut.
Es ist Zeit die für den Grafen gekommen, UNHEILIG sind da!!!
Der Graf, wie immer schick in weißem Hemd und mit Schlips bekleidet, ist ein einzigartiger Entertainer auf seinem Gebiet. Scheinbar bei jedem seiner Auftritte verspürt er die augenscheinlich schmerzlichen Botschaften aus seinen Songs erneut und setzt dies in ein wahres Feuerwerk aus Mimik und Gestik um. Unterstützt wird das Ein-Mann-Projekt live von den Musikern Licky an der Gitarre und Henning am Keyboard.
UNHEILIG live @ Orkus Festival 2006
Die Band schien wieder einmal Alles zu geben. Nicht zuletzt wahrscheinlich, weil der Gig von zig Kameras aus allen erdenklichen Perspektiven für die Nachwelt mitgeschnitten wurde.
Unser persönlicher Alltime-Favorit "Schutzengel" durfte im Set natürlich nicht fehlen. Großer Jubel brandete auf, als der Graf seinen Gastsänger Peter Spilles auf die Bühne bat: Der gutgelaunte PROJECT PITCHFORK-Frontmann in langem schwarzen Mantel und noch ungeschminkt (siehe weiter unten), performte gemeinsam mit UNHEILIG den sehr tanzbaren und stimmungsmäßig voll ansteckenden Song "Ich will leben!".

Bei jedem UNHEILIG-Auftritt wird Kurzweile groß geschrieben und so pflegt der Frontmann auch zwischen den Stücken den Kontakt mit seinen Fans. Auch vor seiner Show mischte er sich übrigens wie von ihm gewohnt unters Publikum und suchte das Gespräch mit der Basis.

Gegen 23.30 betreten schließlich PROJECT PITCHFORK die Bühne, Achim Färber, Jürgen Jansen, Scheubi und zuletzt mit einem Grinsen im Gesicht, Mastermind Peter Spilles. Letzterer hat zur goldfarbenen Verzierung noch ein Markenzeichen der Band, einen blau schimmernden Streifen quer über das Gesicht angelegt.
Was nun folgt ist ein Set, welches einer genialen Pitchfork-Party, wie man sie sich vorstellt, wirklich gerecht wird. PROJECT PITCHFORK live @ Orkus Festival 2006
Man legt hauptsächlich Wert auf schnellere Stücke aus der gesamten Diskografie, bis zurück zu den Ursprüngen der Band. Das kommt beim Publikum an und man läßt sich gern mitreißen. Besonders ältere Stücke wie K.N.K.A. rufen großen Jubel hervor. Eine Überraschung war auch die Livepräsentation von "Song Of The Winds".
Peter war die gute Laune anzusehen und Scheubi machte ab und an seine Anheizversuche. Seine Geste "Ausgeschlafen?" schien die Fans fast zu empören und so wurde noch kräftiger mitgeklatscht, lauthals gesungen und gepogt. Nach fast 90-minütigem Set, nicht ohne die eingeforderten Zugaben zu erfüllen, ließ die Band ein begeistertes Publikum und Fans, knapp am Ende ihrer Kräfte zurück.

Setlist PROJECT PITCHFORK
1. Intro (Wonderland)
2. Requiem
3. Beautiful Logic Strings
4. Conjure
5. Timekiller
6. Daimonion
7. Schall und Rauch
8. Mine
9. K.N.K.A.
10. Wonderland
11. Souls
12. Existence
13. I Am
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14. Song of the Winds
15. IO
16. Rescue



alle Stationen der 2. Orkus Festival Clubtour:
29.09.2006 Hannover - Capitol
30.09.2006 Magdeburg - Factory
01.10.2006 Düsseldorf - Stahlwerk
02.10.2006 Erfurt - Centrum
03.10.2006 Nürnberg - Hirsch
04.10.2006 Wiesbaden - Schlachthof
05.10.2006 Stuttgart - Universum
06.10.2006 Dresden - Reithalle
07.10.2006 Chemnitz - Südbahnhof
08.10.2006 Berlin - Postbahnhof

Die ORKUS Clubtour ist in dieser bzw. ähnlicher Form auf jeden Fall eine Fortführung wert, und wie wir hörten, wird schon fleißig an einer Fortsetzung 2007 mit vier Bands gearbeitet. Dann sind COVENANT, SAMSAS TRAUM, LONDON AFTER MIDNIGHT, EMELIE AUTUMN dabei.

Bericht und Fotos:
Peggy Reichenbach / Falk Scheuring www.fs-digital.de


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