Schwarzlicht III-Festival 2006
Leipzig - VILLA
14.10.2006
Der Samstag des dritten SchwarzLicht-Festivals in der Leipziger VILLA stand ganz im Zeichen elektronischer Klangwelten abseits von VNV Nation, Covenant und wie sie alle heißen. Den Anfang machte Chris mit seinem Projekt 1979.

Während die Mehrzahl der Teenis wohl in ihrer Freizeit damit beschäftigt sind, bis zum Verlust der Muttersprache die Highscorelisten sämtlicher Games zu knacken, entlockt man bei 1979 unter zu Hilfenahme weiterer Gerätschaften einer handelsüblichen Playstation I Klänge und Rhythmen, die irgendwo im Industrialkrach anzusiedeln sind. Obwohl der Großteil der Besucher sich während des Auftritts noch an der Bar und auf den Gängen der VILLA befand, zog Chris seinen Auftritt souverän durch. Respekt!
Im Anschluss betraten Heimstatt Yipotash aus Dresden die Bühne des Großen Kellers. Die beiden Köpfe hinter den Ende der 90er Jahre gegründeten Einzelprojekten Heimstatt und Yipotash bertreiben seit inzwischen fünf Jahren in verstärktem Maße gemeinsame Klangforschung und so war es nur eine Frage der Zeit, bis eine gemeinsame CD namens "Storegga Effect" Anfang 2006 veröffentlicht wurde. Durch das Verteilen von Batida de Coco wurde die ohnehin gute Stimmung im Publikum weiter angeheizt und so kam langsam ordentliche Partyatmosphäre auf. Starker Auftritt.
Heiko Schleßier, besser bekannt unter seinem Pseudonym Marita Schreck, spielte anschließend eine scheinbar nicht enden wollende Setlist ab, untermalt von Videosequenzen, die viel Raum für Interpretationen lassen. Geschmackssache.
Klares Highlight des Abends waren Klangstabil, was nicht zuletzt am inzwischen ordentlich gefüllten Keller deutlich wurde.
Boris und Maurizio bestritten zu vorgerückter Stunde ihren Auftritt vor allem mit Hits ihres aktuellen Albums "Taking Nothing Seriously". Immer wieder bemerkenswert ist die beeindruckende Art, wie Boris jeden von ihm gesungenen Song rüberbringt. Melancholische Klänge in Verbindung mit verzerrten Vocals bei Liedern wie "Push Yourself", "You May Start" oder "Kill All Lifeforms" verbreiten eine eigenartige, düstere Stimmung, die bei dem einen oder anderen auch nach Ende des Gigs noch nachwirken dürfte. Allein für diesen Auftritt hat sich der Besuch gelohnt.
Bericht und Fotos:
Ronald Wanke
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Schwarzlicht Festival 2006
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