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Vom 7. -9. fand vor einmalig charismatischer Kulisse das nunmehr zweite NOCTURNAL CULTURE NIGHT FESTIVAL statt. Im beschaulichen Örtchen Deutzen lud man in den sogenannten Kulturpark ein, welcher eine wunderbar passende Amphi-Bühne mitten im Grünen beherbergt.
Was hatten nicht Gäste und Veranstalter im Vorfeld bangend auf die Wetterberichte geschaut. Nach diesem verregneten Sommer hofften alle auf ein angenehmes Frühherbstwetter zum Festivalwochenende.
Diese Hoffnung erfüllte sich leider nur teilweise. Durchwachsenes Wetter mit teilweisen Regengüssen stellte die Fans auf eine teilweise harte Probe und erst am finalen Veranstaltungstag zeigte sich die Sonne gnädig. Doch man ließ sich nachweislich die gute Laune nicht verderben.
Für schlappe 23,-Euro inklusive ausführliche farbig bebildertem Programmheft, dafür bekommt man anderswo kaum EINE Band zu sehen, gab es ein langes Wochenende Independent-Musik vom vielversprechenden lokalen Newcomer, über interessante internationale Künstler bis hin zu angesagten Szene-Bands, die als Besuchermagnet die Fans heranziehen.
Mit dieser Mischung dient ein Festival wie in Deutzen auch dazu, den musikalischen Horizont zu erweitern. Stilistisch ging die Reise an den drei Tagen auf der Amphi-Bühne, der kleinen Nebenbühne und in der Nacht am Lagerfeuer von Gothic-Rock über Elektronisches bis hin zu Neofolk-Klängen.
Der Freitag
fungierte als eine Art Warm Up. Auf der so genannten „kleinen“ Bühne, welche ein grünes Weidengeflecht umspannt und die ihrem Namen wirklich alle Ehre macht, spielten insgesamt vier Bands. Opener waren ab 19.30 Uhr STEINKIND, die eine Mischung aus EBM und Elektro plus einer gewissen Dosis an Punk-Attitüde als heimische Band schon einige Fans mobilisieren konnten.
Im Anschluss ging es mit GOLDEN APES mehr in melancholisch-rockiger Weise weiter. Ich horchte auf, denn die Klänge der mir bis dato unbekannten Band mit dem scheinbar recht introvertierten Frontmann Peer Lebrecht gefielen mir recht gut.
Nun „enterte“ im wahrsten Sinne des Wortes ;-) ein schwedisches Duo die Bühne: MENTICIDE (mit Johan Van Damm – Sänger von DUPONT). Die Zwei hatten sichtlich Freude daran, hier vor Ort in Deutschland dabei zu sein und lieferten das gewünschte Set an EBM-Oldschool-Klängen ab.
Headliner des Abends, der mühelos die anwesenden Besucher vor die Bühne zog, war schließlich um 22.30 Uhr STENDAL BLAST. Verstärkung erhielten Sänger Kaaja Hoyda und Gitarrist Bernhard Lottes, am Keyboard durch den bekannten DJ und Musiker MAM Markus A Müller aus Leipzig. Der szenebekannte, wortgewandte Frontmann Kaaja Hoyda hatte dank seiner humoristisch, tief Zwiegespräche mit dem Publikum schnell die Sympathien auf seiner Seite und so ein leichtes Spiel. Im Zugabenblock um kurz nach 0 Uhr durfte schließlich das vielfach lautstark geforderte „Fährmann“ natürlich nicht fehlen.
Der Samstag
startete am frühen Nachmittag wiederum auf der „Kleinen Bühne“.
MONO INC. eröffneten vor noch relativ spärlicher Zuschauerzahl den Tag. Optisch wie akustisch bot die Band um Sänger …, die als Einfluss unter anderem die SISTERS OF MERCY angeben, einen gelungen Auftakt.
DEVIANT UK ist ein hierzulande noch sehr unbekannter Name. Ich sage noch, denn in der britischen Heimat von Jay Smith, dem Mann hinter dem Projekt, sieht die Sache schon anders aus. So nutzte er gern die Gelegenheit, sich erstmals live in Deutschland vorzustellen. Mit seinem Soundmix irgendwo zwischen Synthpop und melodiösem EBM plus einer Stimme mit hohem Wiedererkennungswert stehen die Chancen auf wachsenden Erfolg recht gut.
Als finale Band des Tages standen auf dieser Bühne die Lokalmatadoren AMNISTIA, die aus diesem Grund (der Fanblock war mit angereist) recht leichtes Spiel mit den Festivalbesuchern hatten. Mit ihren düsteren Electrosounds sorgten Sänger Tino und Stefan sowie Jan für reichlich Bewegung im Publikum wobei das Auftreten der Band insgesamt sehr professionell und spielfreudig wirkte.
Auf der Hauptbühne öffneten sich nun die Tore und FAQ aus der Schweiz eröffneten das Programm mit ihrem rockigen elektronischen Klängen. Souverän spielten sie ihr Set bei nicht gerade vorteilhaftem Nieselregen und leider noch wenigen Besuchern. Vor allem Sänger Phil war es, der wie gewohnt die Blicke durch seinen Gesang, Mimik wie Gestik hinter seinem futuristisch anmutenden Mikrofonständer, auf sich zog. Demnächst veröffentlicht das Trio ein neues Album, welches ohne Frage in meine Plattensammlung Einzug halten wird.
Mit den mittlerweile allseits bekannten ABSURD MINDS ging es elektronisch düster weiter und anschließend enterten FROZEN PLASMA äußerst gut gelaunt die Bühne. Sänger Felix Marc suchte die Nähe zum Publikum und erfreute die Fans unter anderem mit choreographischen Surfeinlagen entlang des regennassen Bühnenrandes. Im Set durften alle bekannten Mittanz-Hits bis hin zum genialen „Warmongers“ natürlich nicht fehlen und der Applause untermauerte die Stellung, welche sich das Duo heute in dieser Szene erobert hat.
EBM-lastiger kamen SOLITARY EXPERIMENTS aus Berlin daher und mit parallel zur Spielzeit allmählich nahenden Dunkelheit begann auch die Lichtshow zu den melodisch stampfenden Beats einzusetzen. Als Gast holte man den SUPREME COURT – Sänger auf die Bühne und performte gemeinsam einen Song.
Wenig Glück bei ihrem Auftritt hatten SONO, denn mit Beginn ihrer Show setzte Regen ein, der sich wolkenbruchartig verstärkte, zu teilweisem Technikausfall führte und viele Fans die Flucht ergreifen ließ.
Für 22.15 Uhr schließlich waren die Headliner DIARY OF DREAMS angekündigt. Geduldig warteteten die Fans, während man aufgrund technischer Problem gut 30 Minuten verspätet beginnen konnte. Aus ganz Deutschland waren Fans angereist, denn schließlich hatte man die Hoffnung schon Material vom demnächst erscheinenden Album „Nekrolog 43“ erstmals überhaupt erleben zu können. Enttäuscht wurden sie nicht, denn die Gerüchte bestätigten sich und am Ende wurde die vereinbarte Spielzeit noch leicht verlängert, um mit dem Publikum alle beliebten Songs, bis hin zum legendären „The Curse“ zelebrieren zu können.
Ausklang fand dieser zweite Tag mit einem Akustik-Set der Neofolk-Formation die Kälte am Lagerfeuer im Kulturpark.
Den Sonntag
eröffnete das Erfurter Trio PROJECT DARKLANDS mit elektronisch düsterer Musik. Fortgesetzt wurde der Nachmittag Fans elektronischer Musik mit DEPRESSIVE DISORDER und auch NO NAME DESIRE schlugen in dieselbe Kerbe.
So richtig Besucher lockte dann die japanische Band GOTHIKA an. Das Duo bot optisch einen schön-krassen Farbtupfer an diesem schwarz gefärbten Festival. Besonders Sänger Andro zog die Blicke durch sein Auftreten in farbigem Gewand, plus Fächer in der Hand, auf sich.
Doch auch musikalisch sind GOTHIKA nicht uninteressant. Die aus Tokyo stammende Band stellte ihr Debütalbum "120 Days of Sodom" erstmals live in Europa vor.
Vorrangig elektrolastige Uptempo-Sound mit dem unablässig wild tanzenden Keyboarder Namens #449 und ein unverfälscht frischer Gesang luden zum Bewegen ein. Dies wurde vom Publikum, welches zu großen Teilen mit Sicherheit die Band noch nicht kannte, gut angenommen.
Hauptact und Finale auf dieser Bühne bildet am frühen Nachmittag TO AVOID. Hier hielten wir uns nur sehr kurz auf, da jetzt auf der Amphibühne der ertse von vier Acts bevor stand.
Sänger Stian begrüßte die herbei kommenden Festivalbesucher mit humorvollem Lächeln und stellte sich mit den Worten "Wir sind nicht tba, wie im Programm steht, sondern die Band PORTASH aus Dresden!" vor. (Anmerkung Redaktion: Ersatz für die ausgefallenen The Beauty of Gemina)
Das noch recht junge Trio bot einen selbstbewußten Auftritt und stellte die Debüt-CD "FRAMED LIVES" vor. Dunkle Pophymnen, treffen auf rockige Gitarren, dazu eine unverwechselbare Gesangsstimme, so sieht das Erfolgsrezept aus und PORTASH konnten mit diesem Sicherheit neue Fans für sich begeistern.
Nik Page - musikalisches Multitalent - verwirklichte sich mit SONGS OF LEMURAI selbst einen Traum. Vorrangig Szenehits, von Depeche Mode angefangen über Joachim Witt bis Rammstein, werden in ein neoklassisches Soundgewand gekleidet und erhalten die Stimme der ausgebildeten Musical-Sängerin Michaela Laubach.
Auf der mit roten Sesseln und Schaufensterpuppen dekorierten Bühne, bilden Page und Laubach ein spannend anzusehendes Gesangsduo. Unterstützt werden sie von Michael Krayer (Cello) und Corinna Söller (Piano). Hier macht sich nun der Stufenaufbau der Zuschauertribühne besonders gut. Das Publikum macht es sich sitzend bequem und lauscht den irgendwie sehr bekannten Klängen da vorn...
Mit GARDEN OF DELIGHT hatte der Veranstalter ein echtes Gothic-Urgestein geladen. Selbst Adrian Hates (Diary Of Dreams) wa einst Mitglied dieser Band. Nichts paßte besser zum Auftritt als die hereinbrechende Dunkelheit, welche die düstere Show noch betonte und die gut 80-minütige Show unvergesslich werden ließen.
Wie unschwer am Outfit zu erkennen, erwarteten nun aber viele sehnsüchtig den Headliner. ZERAPHINE konnten wegen technischer Probleme leider nur mit erheblicher Verspätung ihren für 20.30 Uhr geplanten Auftritt beginnen.
Dann jedoch gaben die Berliner Jungs so richtig Gas und machten ihrem Status als Goth-Rockband alle Ehre. In den ersten Reihen sah man denn auch viele verzückte (Frauen-)Gesichter und um kurz nach 22 Uhr ging das NCN - Festival 2007 mit verdient lautstarkem Applause zu Ende.
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