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HELL-ZONE Special
WAVE GOTIK TREFFEN 2008
Sonntag, 11.5.2008
MENTICIDE
Die Schweden von MENTICIDE versuchen im Anschluss mit ihrem Industrial-EBM den Putz aus den Fugen der alterwürdigen Bühne zu rütteln. Hauptsache laut und die BPM-Schlagzahl stimmt. Der gute Sound geht heute leider irgendwo zwischen den Shouts des "Sängers" Johan etwas verloren.
Egal, denn den Leuten vor der Bühne scheint dies gleich zu. Sie feiern gemeinsam mit dem Duo auf der Bühne ihre Party. Besonders geht die Meute zu den deutschen Tracks "Stahlwerk" und "Komm zu mir" ab. Die Verbundenheit mit Deutschland zeigt er ebenfalls stolz durch das Tragen eines Shirts vom Dessauer Electric Tremor Club. Die angereiste EBM-Fraktion ist zufrieden und dankt den beiden nach 40 Minuten Spielzeit lautstark.
Setlist MENTICIDE
01. Enemy
02. Search&destroy
03. Nailbomb
04. Stahlwerk
05. Wrong
06. Implode
07. Rise
08. We fail
09. Backstabber
10. Komm zu mir
11. Painkiller
12. Just one fix
13. Search&destroy remix
KLOQ
Nicht überrascht, aber wohlwollend saugen wir dann den Auftritt von KLOQ alias Soundtüftler Oz Morsley aus Großbritanien auf. Um Schubladen schert er sich wenig. Sie vermischen Elektro, Techno, Industrial und E-Beats zu einer einzigartigen Mixtur. Dieser coole elektronisch groovende Beat und ein sehr lässiger Typ am Mikro sorgen jetzt für eine tanzende Fangemeinde und beständig wachsende Schar Neugieriger an der Stage.
Unterstützt werden KLOQ von keinem geringeren als Mark Jackson (VNV NATION), der sich mit sichtlicher Freude an den Drums austobt. Dieser ließ sich auch nicht durch sein teils umstürzendes Instrument irritieren und spielte munter weiter. Fehlte als Krönung eigentlich nur noch ein Gastauftritt von Douglas McCarthy (Nitzer Ebb / Fixmer/McCarthy), der ja bekanntlich am Album Debütalbum beteiligt war.
TACTICAL SEKT
Voll in die Electro-Kerbe härterer Gangart hauen TACTICAL SEKT und sorgen damit für ekstatische Tänze an der Bühne. Das Projekt welches aus internationalen Mitgliedern besteht, ist wohl am ehesten in musikalischer Nachbarschaft mit HOCICO zu nennen.
Immer angeheizt durch den gut gelaunten Sänger Anthony Mather, der auch mehrmals direkt auf Tuchfühlung mit den ausgelassenen Fans geht, flippt die Menge schier aus. Wenn es nach den Fans ginge, dann dürfte das Set doppelt so lang sein, doch nach immerhin einer knappen Stunde hinterlässt die Band eine glückliche und erschöpfte Menge.
NEUROTICFISH
Als letzter Act auf der Parkbühne stehen NEUROTICFISH bereit. Wir hatten bisher leider noch nicht die Gelegenheit das Projekt live zu erleben und möchten uns diese Chance nicht entgehen lassen. Das Ein-Mann-Projekt um Sascha Mario Klein bestreitet laut Ankündigung heute auf dem WGT 2008 sein allerletztes Konzert.
Von der Melancholie eines Abschiedskonzerts ist während der Show aber nichts zu spüren. Sasch entert lässigen Schrittes (und mit ebensolchem Outfit) die Bühne. Seine Sprüche sind ähnlich den Songtexten gespickt von Ironie und Witz. So begrüßt er die Menge sinngemäß mit "Ihr seid also gekommen, um den schlechtesten Techno zu hören?? Nach Scooter natürlich!?"
Am Keyboard wird er unterstützt durch Henning Verlage (UNHEILIG, DOWN BELOW)
Das Set besteht aus den Perlen der 10-jährigen Geschichte und die Leute gehen erstaunlich gut mit bei dem selbstbetitelten "Weiberelectro". Die Leute fassen alles mit Humor auf und lassen sich von der guten Stimmung auf beiden Seiten mitreißen. Die einstündige Spielzeit scheint dabei wie so oft bei einem Festival zu knapp bemessen.
Was am Ende bleiben wird ist die soeben verööfentlichte Best-Of-Scheibe "A Greater Good (1998-2008)". Darauf vereint er alle Tracks, die über die Jahre nicht mehr aus den nationalen und internationalen Clubs wegzudenken sind.
Mit den darauf enthaltenen brandneuen Clubhymnen "Can't Stop A Riot" und "A greater good" setzt er sich zum Abschied ein würdiges Denkmal.
Auf der Parkbühne sorgt er für ein wirklich denkwürdiges letztes Konzert, welches nebenbei bemerkt, einige Besucher mehr an der Parkbühne verdient hätte.
Doch wie wir vernehmen konnten, zog wohl das Line Up im Kohlrabizirkus zur selben Zeit die höhere Aufmerksamkeit auf sich. Dorthin navigierten für uns überraschend WELLE: ERDBALL eine wahren Besucherstrom.
Kaum vorstellbar bei der überfüllten Halle, wie auch nur ein Bruchteil dieser Fans am kommenden Tag das Special W: E in der Mini-Moritzbastei. erleben kann...
Zum Kohlrabizirkus führte uns im Anschluss an NEUROTICFISH ebenfalls der Weg, denn die Bristoler Jungs von MESH wurden angekündigt.
S.P.O.C.K
Da sich der Zeitplan ausnahmsweise einmal etwas nach hinten verschoben hatte, erlebten wir einen Teil der Außerirdischen.... ähm pardon, der Schweden von S.P.O.C.K, die an diesem Abend einen Stopp auf der Erde einlegten. Schon lange Zeit war es ruhig um das Kult-Projekt geworden und nun nach einer gefühlten Ewigkeit Bühnenabstinenz sind sie da.
Dementsprechend frenetisch wird der Auftritt gefeiert und zelebriert, eine gehörige Portion Humor inklusive. Die Jungs von S.P.O.C.K geben angespornt von der Euphorie einfach alles und laufen zu Hochform auf. Der Beweis ist angetreten: Gothics können auch ausgelassen feiern. :-) Das legendäre Stück "Never Trust a Klingon" darf als finale Zugabe natürlich nicht fehlen. Mit dem bekannten gemeinsamen Gruß verabschieden sie sich schließlich in die Nacht.
Setlist S.P.O.C.K
01. Reactivated
02. E.T. Phone Home
03. Dr McCoy
04. Queen of Space
05. Astrogirl
06. I am an Android
07. All E.T:s aren't Nice
08. Not Human
09. Astrogirl's Secret
10. Out There
11. In Space no one can hear you Scream
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12. Never Trust a Klingon
Äußerst zügig wird nun die Bühne umgebaut und ohne großes Intro beginnt der Headliner des Abends seine Show:
MESH
Das Trio spielt heute routiniert sein einstündiges Set herunter, leider ohne wirklich große Akzente zu setzen. Die Posen wirken mir heute etwas zu einstudiert und leider lässt der Sound der Halle ebenfalls zu wünschen übrig. Sänger Mark versinkt am Mikro in seinen Songs, fast als scheut er etwas den Kontakt mit den Fans. Herausragend ist die Lichtshow, inklusive riesiger LED-Wände, welche die Band in ein genial betont. Die lassen sich dennoch in den Synthie-Sounds treiben und geben der Band ehrlichen Beifall zurück. Ein Blick in den hinteren Teil der Halle offenbart, das im Gegensatz zu WELLE: ERDBALL noch etwa ein Drittel Zuhörer zugegen ist, was bei mir ebenfalls etwas für Verwunderung sorgt.
Setlist MESH
01. Firefly
02. Petrified
03. This Is What You Wanted
04. Leave You Nothing
05. Little Missile
06. What Are You Scared Of
07. Friends like These
08. Safe with Me
09. Not Prepared
10. My Hands Are Tied
11. From This Height
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12. Can You Mend Hearts
13. Crash
FIELDS OF THE NEPHILIM
Jetzt aber schnell zur AGRA-Halle. Mitternachtsspezial und Headliner des Wave-Gotik-Treffens 2008 sind um 1 Uhr am Sonntag die Szene-Ikonen FIELDS OF THE NEPHILIM. Viele Jahre kreativer Funkstille liegen hinter der Band und gerade wagt man in frischer Besetzung den längst fälligen Neustart. Carl McCoy und seine neu formierte Band fühlen sich nach eigener Aussage stärker denn je zuvor.
Zur Band gehören nun an den Gitarren Gavin King und Tom Edwards sowie Bassist John Carter und Drumer Lee Newell.
Mit vollem Einsatz arbeitet man gerade am neuen Album (Nachfolger von "Mourning Sun" 2005) und möchte den Comebackauftritt beim WGT für zusätzliches Input nutzen.
In Deutschland hat die Kultband sehr lange Zeit nicht mehr live gespielt und die Erwartung der Fans ist groß.
Und Enttäuschungen gibt es keine, es wird eine furios, atemberaubende Show der alten Helden in ihren Lederjacken und charakteristischen Hüten in dieser Nacht geboten.
Der Sound wird dominiert durch die Gitarren und perfekt ergänzt durch Carl McCoy's dunkle Stimme. Dazu strahlen FIELDS OF THE NEPHILIM eine enorme Bühnenpräsens aus.
Material vom neuen Album gab es nicht zu hören, dafür gab es ausreichend Stücke aus 23 Jahren Bandgeschichte zu erleben.
Mit gewaltigem Applause wurde der Auftritt belohnt und gab mit Sicherheit auch der Band selbst weiteren Antrieb sich für das neue Album ins Zeug zu legen.
Setlist FIELDS OF THE NEPHILIM
01. Shroud
02. Straight to the Light
03. Penetration
04. Dawnrazor
05. Moonchild
06. Trees Come Down
07. Requiem
08. The Watchman
09. Zoon
10. Mourning Sun
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11. Preacher Man
12. Last Exit for the Lost
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