DEPECHE MODE
Label: Mute / EMI |
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Nach viereinhalb Jahren das elfte Studioalbum. Lange mussten die Fans warten.
Diese Band ist unglaublich: über 25 Jahre ist DEPECHE MODE nun als Band unterwegs, 10 Studioalben haben die Engländer in dieser Zeit bisher aufgenommen, weit über 50 Millionen Platten verkauft und in den größten Arenen dieser Welt vor Millionen von Menschen gespielt. DEPECHE MODE sind Superstars, die kontinuierlich stilbildend wirkten und wirken und dabei megaerfolgreich sind.
Religion, Leid und Liebe ... altbekannte Themen von Depeche Mode-Songwriter Martin Gore, wieder einmal mehr kunstvoll verpackt im neuen Album "Playing the Angel". Doch diesmal hat Sänger Dave Gahan um dieses "himmlische" Geschenk noch eine Schleife gebunden.
So könnte es dem ein oder anderen durchaus passieren, dass er nach dem Genuss dieses Albums tatsächlich noch Engel spielen hören kann. ;-)
Doch eine Band dieser Größenordnung kommt nicht so "daher geschwebt" , nein. Sie kommen laut, direkt und vor allem unerwartet. Bereits nach den ersten Tönen des Albums ist das _vorher_ vergessen und man taucht unweigerlich ein in neuen, wunderbaren Depeche-Sound. Holt nochmal tief Luft ...
01. A Pain That I’m Used To
"A Pain That I'm Used To" beginnt lautstark mit einem Sirenensound. Anfangs leicht nervig, hat man später das Gefühl, es müsse jeden Moment ein "Good evening...!" von Dave kommen. Live sicher ein absoluter Kracher. Die ersten Takte erinnern an "Dead of Night" vom letzten Album, aber der kommende Song wird viel besser. Der Refrain ist recht kraftvoll, mitreissend und auch aggressiv. In den Zwischenparten sind gelungene Gitarrenspiele zu hören. Bei dem Song handelt es sich um die 2. kommende Singleauskopplung.
02. John The Revelator
Achtung, nicht erschrecken. Hier folgt ein Depeche Mode untypischer und sehr überraschender Song, der jedoch sehr gelungen ist. Er wirkt erfrischend und voller Energie. Daves kraftvolle Stimme in Verbindung mit Martins Passagen zu "John the Revelator" bilden ein wirklich gelungenes Zusammenspiel. Auch dieser Song dürfte live gut ankommen.
03. Suffer Well
Hier sind wir nun bei Daves ersten Song als Songwriter angekommen. Der Song erinnert in Grundzügen an "Behind the Wheel" und "A Question of Time". Er beinhaltet ein wunderschönes Gitarrenspiel und schöne Soundspielereien. Insgesamt kommt der Song gut rüber und hat eine positive Ausstrahlung. Man will einfach nur aufspringen und mittanzen. Der Titel wäre als 3. Singleauskopplung durchaus denkbar.
04. The Sinner In Me
"The Sinner In Me" ist ein düsterer Song. Er enthält einen traumhaften Refrain. Einfach zurück lehnen und genießen. Wieder kommt ein wunderschönes Duett von Dave und Martin zustande.
05. Precious
Die 1. Singleauskopplung. Nachdem man nun das Album kennt, passt dieses Stück nicht mehr so richtig aufs Album. Es ist eine gute Radiosingle, um auf ihr Comeback aufmerksam zu machen. Das Lied ist sehr eingängig. Daves Stimme kommt klar zum Vorschein. Sollten sich neue Fans aufgrund dieser Single das Album gekauft haben, kann dies eigentlich nur zu einer Enttäuschung führen.
06. Macrovision
Der 1. Song auf diesem Album, der von Martin gesungen wird. Ein leidenschaftlicher Song voller Sehnsucht in den man sich erst reinhören muss, denn anfänglich wirkt er doch irgendwie sperrig. Auf jeden Fall ungewöhnlich, aber dann doch wieder so typisch Gore.
07. I Want It All
Bei "I Want It All" handelt es sich um eine langsame Ballade sowie das 2. Stück von Dave. Der Song erinnert an Stücke vom Solo-Album "Paper Monster". Von vielen Fans wird dieses Lied als das schwächste Stück vom Album eingeschätzt. Insgesamt ist dieses Lied ganz gut, wenn auch am Ende etwas zu lang gezogen.
08. Nothing’s Impossible
Einfach die Augen schließen und genießen. Mir fehlen die Worte bei diesem Lied. Noch erstaunter schaut man, wenn man hört, dass Mr. Gahan dieses Meisterwerk verfasst hat. In Fankreisen ist es schon jetzt auserkorenes Lieblingsstück des Albums. Respect Mr. Gahan! Das Lied ist düster und Daves Stimme kommt sehr emotionslos, depressiv rüber. Mehr kann man dazu nicht sagen. Einfach Grandios.
09. Introspectre
Bei "Introspectre" handelt es sich um ein düster klingendes Instrumetalstück. Quasi eine Verschnauffpause von den bisherigen Songs und eine Überleitung auf die noch Folgenden.
10. Damaged People
Das 2. von Martin gesungene Lied, welches diesmal sehr viel Gore-Song-typischer rüberkommt. Bekannt balladig mit einem wunderschönem, eingängigem Refrain.
11. Lilian
Zu diesem Song fällt mir nur ein treffendes Zitat ein, welches ich irgenwo im Internet zu diesem Lied gelesen habe: "Camouflage meets Some great Reward". Insbesondere der Bass und einzelne Teilstücke dieses Songs erinnern stark an Camouflage. Ein sehr gängiges und forderndes Stück.
12. The Darkest Star
Nun das Finale des Albums. Hier bietet Dave uns eine super Gesangsleistung, die lediglich durch schöne Klavierpassagen unterbrochen wird. Dieser Song ist ein toller melancholischer Abschluß des Albums.
Zusammenfassend finde ich es nicht vermessen zu behaupten, dass Depeche Mode auf ein Neues eine wirklich gelungene Überraschung geliefert haben. Für die von der Exciter enttäuschten Fans, dürfte "Playing the Angel" eine Entschädigung für die mindestens nächsten 4 Jahre sein.
Das Album ist sehr Abwechslungsreich, kommt mal kräftig, mal sanft einher und irgendwie fühlt man sich zeitweise an "die guten alten zeiten" erinnert.
Auch nach mehrmaligem hören will es nicht langweilig werden, im Gegenteil, bei jedem Durchlauf gibt es etwas Neues zu "entdecken". Von charttauglich über tanzbar zu "einfach mal zuhören" und träumen ist alles dabei. Ergo eine Platte, die durchaus eine breite Masse an Zuhörern, die nicht unbedingt seit Jahren Depeche Mode - Fans sind, interessieren könnte.
Die neben der Normalversion veröffentlichte limitierte Deluxe DVD Auflage enthält neben der 5.1-Abmischung des neuen Albums eine exklusive Studioperformance zu Clean und das Musikvideo zu Precious, sowie eine Fotogalerie.
Tracklist:
Playing the Angel
01. A Pain That I'm Used To
02. John The Revelator
03. Suffer Well
04. The Sinner In Me
05. Precious
06. Macrovision
07. I Want It All
08. Nothing's Impossible
09. Introspectre
10. Damaged People
11. Lilian
12. The Darkest Star
Playing the Angel Ltd (CD & DVD) Doppel CD - Hybrid-SACD
Bonus-DVD
1.Playing the angel (in 5.1 and stereo)
2.Making the angel
3.Precious (Video)
4.Clean (Exclusive performance)
5.Photo gallery
Tina B. und Kathrin D.