Das M’era Luna Festival 2016 - Sonne satt, Füße platt - Mera Luna 2016 Festival-Tag 2 (Sonntag)

Geschrieben von Kristin Hofmann am . Veröffentlicht in Photoreports 2016

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MERA LUNA 2016 - unser Festivalrückblick

Festival-Sonntag

Etwas schwergängig und mit dem Vortag in den Knochen kam der Sonntag etwas langsamer in die Spur. Doch für alle Early-Birds und Verweigerer des Alkohols war das ein entscheidender Vorteil: In aller Ruhe konnte man über die Shopping-Meilen auf dem Gelände schlendern. Und dabei war Eines nicht zu vergessen: das intensive Studieren von allen Verköstigungs-Möglichkeiten.

An dieser Stelle muss es ein riesiges Lob an die Veranstalter geben, denn sie bewiesen Geschmack. Für wirklich jeden Gaumen gab es eine riesige Auswahl an Speisen: Burger mit und ohne Fleisch, perverse Pommes, Crépes, normalen und veganen Döner, indisches Essen, Bratwurst, Kartoffel am Spieß, mittelalterlicche Köstlichkeiten, verdammt leckere Käse-Spätzle, asiatisch, selbstgemachte Pasta, Pizza,.... Wer hier auf die schlanke Linie geachtet hat, war wirklich an der falschen Stelle bescheiden.

Averium-Mera Luna 2016-3Mit vielleicht schon voll gefüllten Mittagsbauch lauschte man Essence Of Mind als “Sonntags-Wecker” auf der Hauptbühne. Die Norweger bemächtigten sich des hier vielseits vertretenen düsteren Electro-Rock und hatten dabei ihr aktuelles Album “The Break Up!” im Gepäck. Für einen Start in der Sonne etwas schwergängig, aber durchaus erweckend. Wesentlich stimmungsvoller brachten Me The Tiger ordentlich und vor allem angenehme Abwechslung in den Hangar. Bei den Schweden hatte man einfach keine Wahl außer zu tanzen. Die tolle Stimme von Gabriella ging sofort ins Ohr und brachte vor allem eins: gute Laune. Mit ihrer eingängigen elektronischen und leicht düsteren Art hatten sie die Zuschauer schnell auf ihrer Seite. Eine Band mit Ohrwurm- und Tanzbein-raus-Garantie. Vor der Main-Stage versammelten sich immer mehr für die Newcomer Aeverium, die ebenfalls eine wirklich nette musikalische Abwechslung ins sonst eher düstere Programm vom Vortag brachten. Mit ihrer gekonnten Mischung aus weiblichen Gesang und männlichen Shouts sowie Raps lockerte die Band aus Viersen die Publikumsmuskulatur erheblich auf. Für Freunde der Electro-Sounds waren Rabia Sorda im Hangar und Agent Side Grinder auf der Hauptbühne die perfekte Wahl.

Letzte Instanz - Mera Luna 2016Für eine erste große Runde außerordentliches Feiern sorgte die Dresdner-Radebeuler-Berliner-Nürnberger-Würzburger Band Letzte Instanz. Die Mischung macht’s! Auch die Letzte Instanz war seit zwei Tagen stolze Besitzer ihres neuen Albums “Liebe Im Krieg”, das die Band noch mal ein Stück nach oben katapultiert hat. Mit der “Flucht ins Glück” spielten sich die Sympathisanten sofort ins Herz der Zuschauer. Die Wiese war brechend voll, die Stimmung übermäßig gut, die Sonne freute sich. Combichrist - Mera Luna 2016Mit neuen Liedern wie “Wir sind eins” sowie bekannten (“Blind”, “Der Garten”) und dem Highlight “Wir sind allein” schaffte die Band ein wunderschönes Gefühl des Zusammenseins und des Zusammenhaltens. Das genaue musikalische Gegenteil folgte anschließend: die Norweger Combichrist rockten auf harte und bewährte Weise die Hauptbühne und zogen noch mehr Publikum wie von Zauberhand nach vorne. Das Kontrastprogramm schien die Zuschauer regelrecht neu aufblühen zu lassen. Ganz andere Klänge kamen anschließend von den elfengleichen Faun, die mit zauberhaften Gesang und Harfe feenartig über die Bühne schwebten. Bei S.P.O.C.K. im Hangar gab es dagegen wieder elektronische Töne. Die Stimmung war gut und ausgelassen fröhlich, es wurde glücklich getanzt. Die Bässe brummten, die weißen Outfits der Musiker leuchteten passend zu der strahlenden Stimmung im Hangar.

Und noch mehr Kontraste! Lord Of The Lost gaben sich nicht wie gewohnt brachial rockig-rotzig, sondern diesmal ungewohnt brav mit Anzug, (fast) ohne Make-Up und mit Ensemble im Rücken. Zeromancer - Mera Luna 2016Die mit Streichern untersetzte Musik lud förmlich zum Träumen ein, auch wenn die etwas andere Stimme von Sänger Chris Harms sich nicht immer ganz stimmig ins Gesamtbild einfügte. Insgesamt ein solider und vor allem abwechslungsreicher Auftritt.
Im Hangar waren endlich die norwegischen Lieblinge Zeromancer zurück. Lange nicht gesehen und trotzdem wieder erkannt. Die Meute strömte in Massen in den Hangar, der brechend voll wurde. Gut gelaunt und freudestrahlend enterten die Norweger die deutschen Bühnen erneut. Es folgte quasi Hit an Hit: Auf Wiedersehen Boy, Need You Like A Drug, Clone Your Lover, Cupola, Sinners International, .... Die Fünf waren kaum zu bändigen und ließen sich von ihrem freudig-geladenen Publikum noch mehr aufheizen. “Wir haben euch vermisst”, sagte Sänger Alex ins Mikrofon. Und die Fans haben Zeromancer vermisst. Was für ein schönes und unvergessliches Wiedersehen Boys...

Schöner Tag, schöne Menschen, schönes Wetter...so meldeten sich Eisbrecher mit voller Kraft voraus auf der Main-Stage zur frühen Abendstunde. Das Eis musste hier nicht wirklich gebrochen werden. Eisbrecher - Mera Luna 2016Eisbrecher hatten Spaß, Eisbrecher machten Spaß, Eisbrecher brachten die Leute zum ausschweifenden Tanzen. Dabei schwitzen alle total “Verrückt” und waren ihres Lebens seelig. Von Sänger Alexander gab es noch mahnende Worte an alle Smartphone-Besitzer, die die Konzerte nur noch mitfilmen, die Sicht auf die Bühne für andere versperren und die Musik gar nicht mehr genießen. Das Smartphone gehört weggepackt, Augen nach vorne, Ohren auf, genießen! Symbolhaft posierte die Band 30 Sekunden für alle Telefonwütigen, damit sie ihre Fotoerinnerung machen und das Telefon dann in die Tasche packten. Ob die Message zu jedem durchgedrungen ist, mag man zu bezweifeln. Aber wichtig und richtig war sie in jedem Fall. Warum immer auf das Telefon starren, wenn die Welt vor dir liegt?

 

Der Sonntag wurde immer noch schöner. Auch wenn die Füße rauchten und platt waren. In Extremo brachten im Anschluss die Bühne und das Gelände zum Beben und so leiteten sie eine Vielzahl von ungebändigten Tanzeinlagen ein. IAMX - Mera Luna 2016Die Stimmung war von Sekunde eins ausgelassen, es wurde viel Pogo getanzt, gesungen bis die Stimmbänder versagten und die Arme in der Luft herumgewirbelt bis die Kraft wegblieb. Eine riesige Luftschlagenwolke wurde von der Bühne aus über die Zehntausenden geschleudert, die vom Wind wunderschön hinfort getragen wurde und so die Atmosphäre noch unbeschreiblicher machte. “Ihr nur ihr allein, könnt ein Teil des Ganzen sein. Ihr könnt vor eurem Leben fliehen und mit uns um die Häuser ziehen.” Headliner im Hangar war niemand geringeres als Chris Corner mit seinem Projekt IAMX, der mit seinen beiden Mitstreiterinnen ausladend feierte. Ein Auftritt voller Glanz, Euphorie, Extrenztik und ohne Hemmungen. IAMX zog alle in ihren Bann, brachte fast jeden in einer stillen Ecke zum Tanzen und sorgte so für einen gebührenden Abschluss im Hangar.

Mit Within Temptation endete der Sonntag und damit das M’era Luna noch einmal in wunderschöner Atmosphäre. Bereits zum Intro von “Ice Queen” ölte die begeisterte Zuschauerschaft mit “Wohooos” ihre Stimme und beförderte sich sofort mit allerhand Springeinlagen selbst in die Luft. Sängerin Sharon den Adel sah in ihrem schwarzen Kleid mit roten Rosen wieder einmal wunderschön und zauberhaft aus. Within Temptation - Mera Luna 2016Doch versteckte sie sich ziemlich oft auf der Empore. Die Band wirkte im Vergleich zu ihrer “Hydra” Tour wie ausgewechselt. Die Show und vor allem die Bewegungen (“Sharon-Dance”) von Sharon waren wieder mehr wie früher und weniger “rockig”, dafür energiegeladener. Die Niederländer boten eine tolle Show mit riesigen LED Wänden und einer guten Mischung aus alten (“Caged”, “Candles”, “Mother Earth”) und neuen (“Covered By Roses”) Songs und sogar einem Cover von Black Sabbath: Bereits auf Facebook hatte die Band angekündigt, dass für den Gassenhauer “Paradise (What About Us?)” niemand geringeres als die finnische Ikone Tarja Turunen mit auf die Bühne kommt. Tja, und was konnte es noch Schöneres geben als diese beiden Ladies zusammen auf einer Bühne? Das Publikum feierte weiterhin ausgelassen. Mit einem großen Knall, Feuerwerk und Luftschlangen verabschiedeten sich Within Temptation freudestrahlend. Impression - Mera Luna 2016Was für ein ehrwürdiger Abschluss für ein wirklich abwechslungsreiches und schönes M’era Luna Festival 2016.

Setlist Within Temptation: Ice Queen | Caged | Faster | In The Middle Of The Night | Black Sabbath (Cover) | The Heart Of Everything | Sinéad | Candles | Stand My Ground | Paradise (What About Us?) feat. Tarja Turunen | Mother Earth | What Have You Done | Covered By Roses

Fotos: Mandy Privenau
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