Interview mit MIA*SPLINTER September 2006

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Interview mit MIA*SPLINTER
September 2006

"Mia*Splinter" ist ein Wortspiel. Im Grunde widerstrebt es mir fast, den Leuten mit der Auflösung dieser Bedeutung immer etwas vorzugeben, aber bereits damit angefangen, kann ich ja nun nicht mehr zurück...."

 

ICH BIN DER SCHMERZ IN DEINEM ARSCH!
MIA*SPLINTER MIT EIGENER CD & ANTWORTEN ZU DEN WICHTIGSTEN FRAGEN DES LEBENS!

Hallo, Mia*Splinter, für deine CD "Unsteady", ein wirklich beeindruckendes und ins Herz schummelndes Stück Musik, hast du ja bei "Pussy Empire" unterschrieben. Wie kams denn dazu??

Mia Splinter:
Hallo Volly, also zunächst mal, vielen Dank!! Das ist ein sehr schönes Kompliment! Bei "Pussy Empire" bin ich durch Catharina Boutari selbst "gelandet". Als ich 2004 bei "**sistars** coaching for young female musicians" mitgemacht habe, war sie eine meiner Dozentinnen. Sie hat mir damals schon viel Mut gemacht, meinen weiteren Werdegang verfolgt und mich ebenso als Support bei einigen ihrer Gigs mitgenommen. Als es dann zu meiner Absicht kam "Unsteady" zu machen, war sie natürlich die erste Anlaufstation mit eigenem Label und all ihrer vorangegangenen Motivation und Unterstützung. Außerdem ist das schon ein recht cooles Label... "Pussy Empire"... mit guter Musik. Da war´s nur umso reizvoller, vielleicht dazu gehören zu können. So war´s!


Nun bist du aber durch das Label auf so, sagen wir mal "gitarrne Frauenmusik" eingekistet, nimmst du dir da nicht Publikum selber weg? So Jungs, die einfach etwas abgeschreckt sind vom Konzept von PE?

Mia Splinter:
Also, ich bin da nicht so von überzeugt, dass "Pussy Empire" diese Wirkung bzw. dieses Image weg hat. Zudem ist das Label nicht so groß, dass diese Sparte jedem bewusst wäre bzw. überhaupt jemand als erstes "Pussy Empire" im Kopf hat, wenn er meine Platte sieht. Darüber hinaus kann ich mir kein Publikum wegnehmen, was ich noch nicht "habe". Außerdem denke ich , wird auch heutzutage noch so viel in Klischees gedacht, dass - um mich in eine Sparte zu stecken - doch schon reicht, dass ich eine Frau mit Gitarre bin. Da spielt das Label für die Vergabe dieses "Stempels" keine Rolle. Auch habe ich davor keine Angst; denn die "Jungs", wie Du sie nennst, die sich davon sofort abschrecken lassen, die haben dann einfach "Pech" gehabt, wie jeder, der sich nicht über seinen aktuellen Horizont weiterentwickeln möchte. Ich meine, ich kenne das selbst, bei mir war es Heavy Metal, damit konnte ich nie was anfangen, mittlerweile mal rangetraut, reingehört, gibt´s da einige geile Sachen, die ich kenne und gar nicht mehr missen möchte. Wollte halt über meinen Tellerrand gucken und hab´s versucht. Es bedarf einfach ein wenig Weitsicht; "Unsteady" ist aus gutem Grund mein Motto. Auf der anderen Seite möchte ich sicher nicht ein Image weghaben, dass sich auf die "Frauengruppen" jeglicher Art reduziert bzw. reduziert wird. Aber ich kann nicht mehr sein als ich bin, und wer meine Entwicklung verfolgt, der wird schnell feststellen, dass ich eben nicht nur das Mädchen mit der Gitarre bin. Weder das Blumenkind alleinig, noch einzig die Rotz- oder Riotgöre aus den weiblichen Reihen.


Sehr gut gesagt, liebe Mia - nun mal zum Namen: Mia*Splinter - warum das Sternchen und überhaupt?

Mia Splinter:
"Mia*Splinter" ist ein Wortspiel. Im Grunde widerstrebt es mir fast, den Leuten mit der Auflösung dieser Bedeutung immer etwas vorzugeben, aber bereits damit angefangen, kann ich ja nun nicht mehr zurück. Also: Mia = Me a = I am; Splinter = Splitter, Auf gut English: I´m a pain in the ass, denn Splitter setzen sich fest! In diesem Fall muss das nicht rein negativ bewertet werden *lach* Und das Sternchen, tja, das dient eigentlich rein als Verbindungsbrücke zwischen Mia und Splinter als eben zusammenstehender Begriff... aber es soll natürlich auch der Wiedererkennung dienen ;-)


Nun ist auchn alter Mann wie ich etwas klüger geworden, verdammte Axt, da musste ich 36 Sommer überleben & nun sowas! Achja, "Vampyre" wurde ja nun auch schon von mir während der Reihe Come Shot Music im Flower Power zu Leipzig gespielt & das Volk war sehr begeistert, wie bringst Du denn deine Songs noch so unter die Massen und wo bekommt der geneigte Konsumist deinen Silberling denn her?

Mia Splinter:
Huch, das sind ja Neuigkeiten... "Vampyre" in Leipzig... und damit außerhalb Hambuichs... *grins* Ehrlich gesagt, zur Zeit im Eigenvertrieb bei Konzerten, in diversen "Kleinläden" in Hamburg und Umgebung und über Internet bei mir zu bekommen, sowie über PE. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es ist da im Moment eine Verhandlung mit einem Vertrieb und dann gibt´s "Unsteady" bald da, wo es jegliches Herz begehrt...wie heißt´s so schön...:"In Ihrem gut sortierten Fachhandel..." *lach* Außerdem gibt´s auf meiner Homepage ja die Songs zum Reinhören, sowie auf meiner myspace.com-Seite und manches Mal wird was von der Platte im Radio gespielt...und über Live spielen geht eh nichts...


Das PLACEBO ist ja doch ein eher östlich vertriebenes ZINE, wann biste denn mal in unseren Breiten und Längen???

Mia Splinter:
Ehrlich gesagt, noch steht da der ein oder andere Termin in der Planung aus. Spätestens aber im nächsten Frühjahr, "spontan" erhoffe ich mir mindestens Dresden und Leipzig noch in diesem Winter.


 

Mia Splinter:
Ja, vielleicht hattest Du einen Wein zu viel oder ich einfach einen zu wenig ;-) ....meine Art Kultur unter´s Universum zu "schummeln"... Ich glaube nicht, dass ich sie unterschummel... sie schummelt sich einfach in mich.. und dann wieder raus. Es tut mir leid, ich kann mich da nicht festlegen, es ist eben wirklich so...so "unsteady". Ich spiele Gitarre, ja, ich singe, ja, ...ich verfolge dabei keinen bestimmten Plan...es kommt wie es kommt und dann wird was daraus gemacht. Und meist erreicht es dann so auch die anderen Leute. Vielleicht verstehe ich deine Frage wirklich nicht. Musik ist für mich die reinste Form von Bekenntnis, in ihr kommt alles zu sprechen...sie berührt da, wo es keine Worte allein gibt, keine Gestik es tut, kein Verstand hinreicht. Da kommt es her... Ich schreibe, weil ich bin. Ich lebe Musik und sie belebt mich. Vielleicht hatte ich einen Wein zu viel... Nein, bitte verlang nicht von mir, mich selbst zu kategorisieren, das funktioniert nicht. Tut mir leid. Also, an das aufnahmebereite Publikum: Meine Art Kultur unters Volk zu schummeln, passiert wie folgt: ich nehme das Gefühl, Worte, ein Instrument, meistens meine Gitarre oder meine Stimme und lass es passieren. Daraus entstanden bisher sensible, emotionale Songs - schlicht und direkt, manchmal klischeehaft, manchmal rauhe, in Metaphern eingespannte im eigenen Charakter - von Schnulze bis rockigen Sound, aber immer boshaft ehrlich und authentisch.


 

Mia Splinter:
Nein, unbedingt nicht...aber ich würde mich unbedingt freuen, vielleicht den einen oder die andere, etwas motiviert zu haben, Musik zu erforschen. Die von anderen oder plötzlich die eigene... Und vielleicht sehe ich einige von Euch dann tatsächlich mal bei einem Gig!


Vielen Dank aber an Dich für das Interview.
Stay unsteady!
MIA*SPLINTER - "Unsteady" auf Pussy Empire Recordings


 

September 2006 Interview geführt von
Volly Tanner www.volly-tanner.de Bandhomepage: www.miasplinter.com © HELL-ZONE / September 2006

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