VÖ - Termin: April 2013
Info:Weit weg vom Mainstream
und dem Formatradio und
doch ganz in der Zeit
JUNO REACTOR - The Golden Sun Of The Great East |
Es ist, bis auf wenige vokale Beiträge im Hintergrund einzelner Titel ein Instrumentalalbum, bei dem so einige Titel, die, wenn sie keine clubtauglichen Tanznummern sind, einen Soundtrack hätte abgeben können. Auch wenn nicht bekannt ist, wovon der Brite selbst zu diesem Werk inspiriert wurde, ermöglichen wiederum seine erschaffenen Töne und Sounds der einzelnen Songs dem Hörer sein ganz eigenes Kopfkino zu kreieren.
Einzelne der immer überlangen Titel, keiner der 9 Tracks hat eine Laufzeit von weniger als 5 Minuten, als besonders hervorzuheben, macht keinen Sinn. Jeder Titel hat etwas ganz Spezielles, Besonderes. Zu unterschiedlich sind die verarbeiteten musikalischen Einflüsse und Ideen, zu unterschiedlich ist das, was aus diesen Einflüssen entsteht. Faszinierend ist, wie die verschiedensten musikalischen Anregungen von JUNO REACTOR mittels elektronischer Sounds und Effekte umgesetzt werden, so dass daraus etwas Eigenes entsteht. Trotz der so unterschiedlichen Themen und musikalischen Stile kann man das Album mit Genuss durchhören.

Folgend ein paar meiner Eindrücke und Bilder, die sich in mein Hirn schlichen, als ich das Album hörte:
Das Kinderlachen, die Glocken und die dezenten Percussions zum Anfang des Openers "Final Frontier" suggerieren Esoterik, um nach einiger Zeit fulminant zu einer clubtauglichen Tanznummer zu mutieren. Hier machen JUNO REACTOR es möglich, dass Musik a la PINK FLOYD oder JEAN MICHEL JARRE tanzbar wird, ohne dass man bewusstseinserweiternde Mittelchen in irgendeiner Form zu sich genommen hat. Die an sich atmosphärischen Klänge werden durch die äußerst geschickt programmierten Rhythmen so angetrieben, dass es unweigerlich nicht nur in den Beinen zuckt. "Invisible" und "Shine", Titel 2 und 5 auf dem Album, verarbeiten indes indisch angehauchte musikalische Motive und Sounds. Elektronisch verfremdet begeistern die so entstandenen Melodien, angetrieben durch die wiederum hervorragend und sehr einfühlsam programmierten Percussions, die gleichfalls dem indischen Klangkosmos entliehen sind. Hier fällt es leicht, Bilder im Kopf entstehen zu lassen.
"Guillotine" lässt an YELLO denken. Ähnlich wie bei "The Race" von YELLO rast der Song vielfältig variierend durch die Gehörgänge."Trans Siberian" an Nummer 4 auf dem Album erzeugt unterschwellig leicht düstere LAIBACH – Gefühle, ohne auch nur eine Note der Slowenen zu verwenden. Dabei darf abgetanzt werden. Wie gesagt, das sind Eindrücke, die sich bei mir einstellten.
Wer sich also niveauvoll anmachen lassen will, sollte in THE GOLDEN SUN OF THE GREAT EAST unbedingt hineinhören. Das ist schon besonders, was uns Mastermind BEN WATKINS da anbietet. Weit weg vom Mainstream und dem Formatradio und doch ganz in der Zeit wird Musik offeriert, die locker in der Lage ist, einen für mehrere CD-Durchläufe immer wieder zu begeistern.
Tracklist:
1. FINAL FRONTIER (10:05)
2. INVISIBLE (8:48)
3. GUILLOTINE (7:00)
4. TRANS SIBERIAN (7:55)
5. SHINE (5:28)
6. TEMPEST (7:58)
7. ZOMBIE (6:43)
8. TO BYCULLA (5:01)
9. PLAYING WITH FIRE (6:39)
Homepage: www.junoreactor.com
