
Leipzig - Werk II - 21.11.2008
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Fotos: Martin Reiss-Zimmermann / Marius Meyer
Großartig vorstellen müssen wir das Braunschweiger Electro-Metall Trio OOMPH! wohl kaum noch. Spätestens seit ihrem Deutschland-Nr. 1 Hit "Augen Auf" und dem Sieg, gemeinsam mit Marta Jandová, beim Bundesvision Song Contest 2007 sind sie übergreifend ein Begriff und haben die Indie-Ecke, in der sie sich nach ihrer Gründung 1989 Kultstatus erarbeiteten, verlassen. Mit "Monster" brachten sie jetzt ihr neues Album auf den Markt. Es ist das dritte Studioalbum seit dem Erfolg von "Wahrheit oder Pflicht" im Jahr 2004 und "GlaubeLiebeTod" 2006 und schaffte es in den DACharts auf Platz 1.
Doch endlich ist es nun soweit und OOMPH! betreten die Bühne. Dero, Flux und Crap aka OOMPH! werden zur Monster-Tour von einem Drummer und zusätzlichem Gitarristen unterstützt. Im Hintergrund der Stage prangte übergroß ein ernst dreinblickendes Knabengesicht - das Cover vom neuen Album. Als die Musiker unter Jubel erscheinen, können sie sofort das von ALL ENDS geschürte Feuer offen entfachen. Sänger und Shouter Dero hat seine weiße Zwangsjacke abgelegt und erscheint heuer in schwarzem Outfit mit topgestylten Haaren und „The Crow“-ähnlicher Gesichtsschminke. Entertainer wie er nun mal ist, hat er keine Mühe seine Fans sofort in den Bann zu ziehen. Eine ausgefeilte Lichtshow setzt die Akteure auf der Bühne großartig in Szene.
"Monster" und die zwei Vorgängeralben, erhalten heute Abend Vorrang, Oldies wie „Sex“ und „Gekreuzigt“ bilden eher die Ausnahme im Set, werden allerdings geschickt eingestreut. Da wünschten wir uns als Fans der frühen Werke natürlich gern etwas mehr Beachtung. Mina Harker erscheint auch nochmal im Rampenlicht und im Duett mit Dero schmettert man „Bis zum Schluss“. So ganz unpolitisch können auch OOMPH! nicht sein. Mit Hinweis auf den Obama-Sieg wird das Stück „Revolution“ angestimmt, welches für uns leider eines der flachsten vom neuen Album darstellt.OOMPH! haben ein schönes Paket an Songs geschnürt, doch es scheint zunehmend schwerer zu fallen, das hohe Einstiegstempo, welches dem Publikum auferlegt wurde, bis zum Ende hin durchzuhalten. Die Fans zeigen Erschöpfungserscheinungen und die Anfeuerungsversuche des Sängers wirken etwas gekünstelt. Ungeachtet dessen wird die Band zu zwei Zugabeblöcken aus dem Backstage hervorgejubelt. – So geht es ja nicht: „Gott ist ein Popstar“ und „Augen Auf!“ , die Dauerbrenner fehlten doch noch. Nach „Menschsein“ und „Die Leiter“ scheint endgültig Schluss zu sein. Falsch gedacht! Fast schon obligatorisch für ein OOMPH! Konzert, stimmt Dero als Abschluss einen Acapella-Song an. Diesmal ist es das wundervolle „The Power Of Love“.
Ein zufriedenes Publikum zerstreut sich schnell in alle Richtungen, vorbei am Merchandise-Stand, der nach dieser Show sicherlich noch einmal gute Umsätze verbuchen kann.
02. Träumst Du
03. Unsere Rettung
04. Fieber
05. Wer schön sein will muss leiden
06. Du willst es doch auch
07. Wach auf!
08. Das letzte Streichholz
09. Das weisse Licht
10. Sex
11. Mitten ins Herz
12. Bis zum Schluss
13. Revolution
14. Sex hat keine Macht
15. Mein Schatz
16. Lass mich raus
17. Die Schlinge
18. Niemand
19. Gekreuzigt
20. Labyrinth
22. Augen Auf!
24. Die Leiter
25. The Power Of Love - Acapella