ASP - Fremd-Tour 2011 - Support Lahannya

Geschrieben von Mandy Privenau am . Veröffentlicht in Photoreports 2011

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Support: LAHANNYA
                                        
Leipzig - Haus Auensee - 05.11.2011

 

Der Winter kommt mit großen Schritten, doch das hielt die ASP-Fan Gemeinde nicht davon ab in der Kälte mehrere Stunden auszuharren. Nach der Veröffentlichung des neuen Albums und dem Beginn des „fremd-Zyklus“ folgt auch die entsprechende Tour mit dem Namen „fremd“ des düsteren Märchenonkels Alexander Sprang.

 

Copyright Fotos: Mandy Privenau 

 
 

Im Vergleich zu seinem letzten Besuch in Leipzig im Werk 2, fast genau vor einem Jahr, durfte dieses Mal wieder ein Support mit auf die Bühne. Bereits zum 2ten Mal begleitete LAHANNYA eine ASP Tournee. Die sexy Britin ist bereits seit 1998 auf der Bühne und ihre Erfahrung kam dem Publikum in Leipzig zu Gute. Sowohl bei ASP als auch LAHANNYAam Bass als Unterstützung dabei ist LUTZ DEMMLER.  Teilweise harrten die Fans bereits 4 Stunden in der Kälte Publikum bei ASP in Leipzig aus, bis es gegen 19 Uhr endlich hieß: Tore auf im Haus Auensee! Die Schlange vor dem Einlass war lang, doch als dann alle in das Innere geströmt waren, erschien es dennoch alles andere als kuschlig. Gut 200 Mann zusätzlich hätten sicherlich Platz gefunden, aber im Laufe des Abends sollte sich der Saal füllen. Die Wartezeit bis LAHANNYAden Abend eröffnete, wurde quälend lang und vor allem ziemlich kalt. Der Innenraum war nicht wärmer als 18 Grad, durch das herum stehen wurden Hände und Füße steif. Kaum jemand zog Jacke oder Mantel aus, die Garderobenleute hatten dadurch an diesem Abend sehr viel Freizeit. Aber vielleicht war das auch gewollt und reine Taktik, damit man sich schnell warm feiert?!
Man kam mit den anderen Besuchern leicht ins Gespräch und vertrieb sich die Zeit mit einem Plausch hier und einem Freunde-Treffen dort. Um 20:10Uhr ertönte dann das Intro von LAHANNYA. Die ersten Reihen waren noch recht licht gefüllt, dies änderte sich aber mit fortschreitender Show. Sexy wie eh und jLahannyae im engen Latexoverall und mit bunten Lockenextensions präsentierte sich die Britin dem Publikum. Einige Klassiker waren auf dem Set dabei wie z.b. „Charades“, „Disturbia“ oder „Time after Time“, welche das Publikum zu ersten verhaltenem Klatschen und Mitsingen animierte. „Inside the Maschine“ hingegen rockte mit harten Gitarrenklängen und ebenso wie bei „Save me“ dem Growl in der Stimme von Lutz Demmler. LAHANNYA ist bereits das zweite Mal mit ASP auf Tour und bedankte sich aufrichtig für diese Ehre. Der Dank galt auch dem Publikum, von dem sie sich mit einem Handkuss nach 8 Songs bereits wieder verabschidete, wünschte noch Viel Spass mit ASP und verabschiedete sich. Alles in allem war etwas wenig Elan auf der Bühne dabei, das Publikum wurde nicht so richtig von der Sängerin einbezogen. Wahrscheinlich war LAHANNYA in ihrem ärmellosem Overall einfach zu kalt zum Party machen. Die lange Zeit der Umbaupause wurde zum Biernachtanken genutzt, die Jacken wurden wieder angezogen und die Reihen nach vorn an die Bühne aufgerückt. Um 21:15 Uhr war es dann so weit. Zum Intro blieben die Jubelschreie nicht aus. Der schwarze Meister war gut gelaunt, schnitt zur Begrüßung Grimassen und riss die Arme in die Höhe um am liebsten alle Anwesenden zu umarmen und zu begrüßen. Den Platz von Matthias Matze „Ambré“, welcher im März 2011 die Band verlassen hatte, nimmt nun der blonde Lutz Demmler ein, der neben LAHANNYA auch früher Umbra et Imago begleitete hat. Ebenfalls neu zu ASP hinzu gestossen ist Sören Jordan an der Gitarre. Harmonisch agierten die vielen Herren auf der Bühne und Sänger und Frontmann Alexander Sprang hat noch immer „das alte Feuer“ in sich um dem Publikum ordentlich Dampf unter dem Hintern zu machen. Stilsicher mit seinem obligatorischen Ledermantel ohne Ärmel und weiß geschminkt rockte er seit der ersten Minute die Halle. Dem Intro angeschlossen ertönte als bald der erste neue Song vom gerade erschienenen „fremd“-Album mit dem Titel „Wechselbalg“. Die Fans waren schon textsicher und begleiteten den Chorus lautstark. Der Frontmann ließ den Gefühlen freien Lauf und wirbelte wie eh und je mit dem Mikrofonständer um die eigene Achse.  Nach einigen Klassikern wie „Sing Child“, „Wer Sonst?“, „Kokon“ oder „Krabat“ gab es auch frischen Wind in der ASP-Präsentation. Die Band war bemüht neue Elemente zu etablieren und so wurde „Duett“ in einer Duettversion zusammen mit „Tossi“ Gross performt und gemeinsam mit LAHANNYA bekam der Song „Werben“ einen ganz neuen Charme. Die totale Euphorie und der Höhepunkt der Gänsehaut war zur Mitte des Konzerts hin erreicht mit „Und wir tanzten“.

Anschließend wurde es ernst. „Leipzig wir müssen reden!“ appellierte der Meister. Es folgte „Es lebe Wir“, das Publikum wurde geteilt inASP rechts und links und duellierte sich in der Lautstärke des Mitsingens. Es folge wieder ein Song vom neuen Album, nämlich „Fremdkörperson“. Doch: „ein ASP-Konzert ist nicht immer reines Vergnügen sondern immer auch eine Aufgabe.“ Und so stellte Alexander Sprang die bereits vorbereitete Aufgabe des Wiederholens der von ihm wiedergegebenen „HEHO“-Rufe. Doch zu Anfang war es viel zu leise was ihm als Feedback ans Ohr kam. „Ihr seid verdammt viele und das muss sich auch so anhören!“. Das Publikum gab alles und die Reaktion von Alexander war umwerfend: „Ich würde mir das gern einpacken und mit nach Hause nehmen!“ Für ein wahres ASP-Rockkonzert darf ein „Wahrer Satan“ nicht fehlen. Das Publikum verlangte nach einer neuen Ansage, doch dies wäre unfair den andern Konzerten die bereits stattgefunden haben gegenüber. Dennoch ließ der schwarze Mann auf der Bühne zu einer kleinen Erzählstunde hinreißen. Eine Grundsatzdiskussion zum Thema „Ihr seid aber kommerziell geworden“ kochte auf. Das dies gewiss nicht so ist, stellte Herr Sprang klar, denn seine Nachbarn sehen das sicher bei direkter Nachfrage komplett anders! Weiterhin sagte er: „Nicht für alles Geld der Welt und wenn mich 10 weiße Rößlein mich hintragen würden, würde ich bei Carmen Nebel auftreten!“ Der Jubel und die tosende Zustimmung war grandios als Reaktion auf dieses Statement. Die kleine versteckte Spitze gegen Unheilig musste man einfach mitbekommen haben! Doch es ging weiter…
Es gibt 3 Bedingungen wie ASP sich doch für einen solchen Auftritt begeistern könnten: 1) Er darf die 17 Minuten der Angstkathedrale spielen,
2) er darf in seiner Bemalung auf der Bühne stehen und
3) er tritt im Dirndl auf! Eine Mischung aus Geilheit und Ekel lag in der Luft, wobei in Leipzig die Geilheit zu überwiegen schien. Weiter ging es mit „Schwarzes Blut“ dass die Stimmung zum überkochen brachte. Aber das anschließende „Unverwandt“ hat meiner Meinung nach die Stimmung etwas kaputt gemacht, es war zu ruhig und textlich zu depressiv für das feierwütige Dunkelvolk. Nach einem kurzen Akustikintermezzo verlies die Band die Bühne.
ASPSchnell riefen alle „HEHO“ und „Zugabe“ und kommentiere das erneute Erscheinen mit einem „Wir wollen das unbedingt!“ „Nie mehr“ und „Sanctus“ gab es im ersten Zugabeblock, aber ASP lässt sich nicht lumpen kommt durch die „wir wollen brennen“- Rufe erneut zurück auf die Bühne. „Ihr seid ein traumhaft schöner Anblick, ihr versüßt mir diesen Abend!“ lobte Alexander die Fanschar. Aber auch auf dieser neuen Tour wurde es Zeit für neue Traditionen. Es gab es noch eine Aufgabe des Meisters zu bewältigen. „Ihr habt großartige Rücken!“ tönte es und das Publikum wurde gebeten sich umzudrehen. Auch der ASP Frontmann stellte sich mit dem Rücken zum Publikum und sang „Rücken an Rücken“. Erst bei der Textstelle „Dreh dich bitte um“ blickten sich Fans und Band wieder in die Augen. „Ich will brennen“ war der letzte Streich bevor die Band erneut die Bühne verlies. Im dritten Zugabeblock folgte noch „Schwarzer Schmetterling“ und dann war der Abschied gekommen. Sichtlich gerührt vom Applaus schlug Alexander Sprang die Hände vor dem Gesicht zusammen und der teilte einen Handkuss ans Publikum, bevor sie letztlich alle die Bühne verließen.
 

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