Das Event, wie immer in bester Organisation von EMMOBIZ Records, fand diesmal an zwei Abenden im Club Seilerstraße in Zwickau statt. Am 27.02.2026 ging die Synthpop-Edition mit SOLITARY EXPERIMENTS ++ Purwien/Kowa (Second Decay) ++ Blind Passenger ++ KY über die Bühne. Unsere Partner-Magazin CultureGuerillaz hat hierzu den Bericht und Bilder >> . Für Fans der etwas härteren Gangart war dann der Samstag-Abend die beste Wahl.
Wir haben hier die Konzertfoto-Galerien dieser EBM-Electro-Edition mit der nach 2024 schon zweiten fulminanten Show von Brenal aka Calva Y Nada, sowie Tyske Ludder ++ Prager Handgriff und The Psychic Force vom 28.02.2026 für euch. Zu den Galerien >>>>
Zum Event hat EMMOBIZ Records erneut bewiesen, dass ein Festival mehr sein kann als nur Konzerte. Pünktlich zu den beiden Abenden erschienen gleich zwei exklusive 10"-Vinyl-Sampler – und damit längst kult-verdächtige Sammlerstücke für die Szene.
Signierte Testpressungen für den guten Zweck: In Zusammenarbeit mit dem Welle Erdball Hörerclub (vertreten durch Mike Bätz), sowie Emmobiz Records (Inhaber Jörg Freier) wurde in der Anmoderation des Abends auf eine Charity-Aktion hingewiesen, welche wie schon in den Vorjahren im Jahresverlauf erfolgen wird: Von den Bands der Abende handsignierte Vinyl-Testpressungen der aktuellen Veröffentlichungen werden zugunsten der SOS Kinderdörfer versteigert. Ein schönes Zeichen, das zeigt: Das Elektrisch Festival denkt über die eigene Szene hinaus.
The Psychic Force waren in Zwickau als Trio, mit Unterstützung von Tommes als Live-Keyboarder, dabei und eröffneten den Abend vor einer schon ganz ansehnlichen Menge an Festival-Gästen mit einem energiegeladenen Set aus ihrer langen Historie. Immerhin gibt es das Projekt von Jörg Charnowski und Michelle Christiansen in Bielefeld gegründet, bereits seit 1990. In den frühen Neunzigern erarbeitete man sich einen ausgezeichneten Ruf in der Dark-Elektro-Szene, bis sie zur Jahrtausendwende schlicht von der Bildfläche verschwanden. 2015 brachen The Psychic Force nach rund 20 Jahren Pause ihr Schweigen mit dem Comeback-EP „Relapse" – für viele ein überwältigender Moment, der die Stärke der Old-School-EBM-Szene eindrucksvoll unter Beweis stellte. Mit ihrem Song „Vater EBM", der auch auf dem Elektrisch-Festival-Sampler vertreten ist, lieferte das Duo zudem einen augenzwinkernden Tribut an die Wurzeln des Genres.
Wenn PRAGER HANDGRIFF - Stefan Schäfer und Volker Rathmann - die Bühnen entern, dann wird das musikalische Puls-Level sofort in die Höhe geschraubt. Das war auch an diesem Abend nicht anders. Die konsequent hämmernden Beats mit langen Bassläufen garniert, dazu akzentuierte Synth-Effekte und obendrauf gepackt die eindringliche, hallende Tiefsprechstimme sind ihr Markenzeichen. Man kann sich dem Bann vor allem live nicht entziehen und das Tanzbein wird zu Songs mit textlich immer sehr gesellschaftskritischen geschwungen. Eine Band mit Rückgrat! Das deutschsprachige Musikprojekt wurde 1990 in Witten gegründet. Über nun weit mehr als drei Jahrzehnte betreiben die beiden ihr Dark-EBM-Handwerk. Zur Überraschung der Fans zelebrierte man das Stück „Deutschland“ gemeinsam mit Brenal von CALVA Y NADA und der Forderung nach Zugaben kam man obendrein gern nach.
So aufgeheizt hatten auch TYSKE LUDDER leichtes Spiel. – Das norddeutsche EBM-Duo wurde 1989 in Niedersachsen von Sänger Claus Albers und Keyboarder/Programmierer Olaf A. Reimers gegründet. Sie entwickelten durch die Jahre ihr Klangmodell von schweren Elektro-Sounds. Zuletzt veröffentlichten sie 2025 mit „Weltbühne" ein Konzeptalbum, das auf Texten des Schriftstellers Kurt Tucholsky basiert – ein künstlerisches Statement gegen Gleichgültigkeit und für die Kraft des Wortes. 
Nicht nur die Stimmung in Richtung Ausblick auf den Headliner, auch die Temperaturen im nun mit gut 400 Gästen prallvollen (ausverkauften) Club strebten jetzt dem nächsten Höhepunkt entgegen. Wie der Clubbetreiber später mit Entschuldigung mitteilte, versagte die Klimaanlage teilweise ihren Dienst. Doch gehören zu einem gelungenen EBM nicht verschwitzte Leiber?! Ja!
Mit dem einsetzenden Intro richteten sich alle Augen und Ohren Richtung Bühne. Diese ist minimalistisch, Schnirkel brauchts nicht, schlicht ein illuminierter Schriftzug auf dem Backdrop weist den Weg: CALVA Y NADA ist dort dauerhaft zu lesen. Zuerst nahm Alba ihren Platz am legendären Keyboard-Instrument ein, bevor unter Jubel Breñal die Stage enterte. Von da an war es wie ein Sog. Dramatisch, mystisch und fesselnd die Sounds, und er als Meister, der in seiner Rolle vollkommen aufging. Jeder Song, jede Liedzeile wird gelebt und die Menge davor wogt im Takt der Düsternis. Wie sich bereits 2024 bei der Reunion-Show zum Elektrisch Festival zeigte, wusste er die Bühne des Club Seilerstraße für sich einzunehmen. Perfekt ergänzte Alba in seinem Hintergrund, mit nicht enden wollender Energie, in ihrer Bewegung das Stimmungsbild. Das Set bildete eine geballte Zeitreise durch die CYN-Historie mit 22 Stücken. Mit „La Pura Mierda“ wurde auch das neue Stück live gespielt. Und anstatt der vorangekündigten einstündigen Spielzeit, wurden es am Ende ganze 90 Minuten Spielzeit.
Calva Y Nada – Hinter dem Projekt verbirgt sich Constantin Warter alias Breñal, der schon seit den frühen 1990ern eine ganz eigene Nische im deutschen EBM-Kosmos besetzt. Mit dem Album „Días Felizes" (1991) wurde Calva Y Nada in der deutschen Elektro-Szene bekannt und zählte zu den wenigen Projekten jener Zeit, die nicht den einfachen Weg des klassischen EBM gingen, sondern einen eher analogen Sound mit freieren Strukturen pflegten. Nach einer sehr langen Pause ist das Projekt nun wieder aktiv.
Aus den Galerien (zufällige Bildauswahl):
CALVA Y NADA
PRAGER HANDGRIFF
TYSKE LUDDER
THE PSYCHIC TORTURE
Zu den vollständigen Galerien >>>>
Eingangs erwähnten wir bereits den Vinyl-Sampler. Die EBM Edition ist dabei das Highlight schlechthin: Sie enthält mit „La Pura Mierda" den ersten neuen Calva Y Nada Studio-Track seit 1998. Das Stück wurde bereits beim Elektrisch Festival 2024 live präsentiert und war als exklusive Live-Version auf dem Album „Live @ Club Seilerstrasse" erschienen. Hell-Zone eZine Das Tracklisting der EBM-Vinyl liest sich wie ein Who's who des Abends:
A1: Calva Y Nada – „La Pura Mierda"
A2: Tyske Ludder – „Warriors of the World" (Manowar Cover, bisher nur digital veröffentlicht)
A3: Prager Handgriff – „Für Immer"
B1: The Psychic Force – „Vater EBM"
B2: Calva Y Nada – „La Pura Mierda" (Remix by TC75)
B3: Calva Y Nada – „La Pura Mierda" (weiterer Remix)
Die Synth Pop Vinyl-Edition dokumentiert den Eröffnungsabend vom 27. Februar 2026 mit einer neuen Version von Solitary Experiments' „Land of Tomorrow" sowie Tracks von Second Decay, Blind Passenger und KY, ergänzt um drei exklusive Bonus-Versionen von Chinese Detectives, Fairlight Children und Echo Image. Die Edition erschien auf gelbem Vinyl. Monkeypress
Das Vinyl-Highlight des Abends zog gleich eine weitere Veröffentlichung nach sich: Aufgrund des überwältigenden Feedbacks und der enormen Resonanz an Remix-Anfragen für „La Pura Mierda" entschied sich Emmobiz Records, die Remixe auf einer eigenständigen EP zu veröffentlichen. Die EP enthält Remixe von Accessory, Marc2U (Sabotage Q.C.Q.C.?), Supreme Court, Soman und In Strict Confidence sowie als besonderen Bonus einen neuen Remix des Calva Y Nada Klassikers „Rascheln" von Dennis Ostermann (In Strict Confidence).
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