LUGBURZ-Songs from forgotten Lands

Geschrieben von Mira Sommer am . Veröffentlicht in CD-Check

lugburz_cover_sffl VÖ - Termin: 04.06.2010

Info: Musik in Mittelerde

 

LUGBURZ - Songs from forgotten Lands -

Label: Blackrain

Stil: Fantasy Folk / Dark Ambient / Filmmusik

Veröffentlichung: 4. Juni 2010


LUGBURZ - Songs from forgotten Lands
 

Mittelerde - mal wieder, aber mal wieder anders!
 

Eines der beliebtesten Themen die musikalisch bearbeitet werden, ist Tolkiens Mittelerde.
Nun hat sich Lugburz mit dem Album "Songs from forgotten Lands"
Lugburzzum 2. Mal dem Thema gewidmet. Herausgekommen ist nicht wie zu erwarten der Xte Abklatsch eines Märchenwaldmetalalbums sondern eine durchaus düstere, fast gotische Sicht auf Mittelerde.
 
Es handelt sich hierbei um das zweite Album der 2002 gegründeten spanischen Band LUGBURZ. Lugburz ist ein Projekt des Multi-Künstler Sathorys Elenorth [alias Narsilion, Der Blaue Reiter]. Erschienen ist das Album bei Ars Musica Diffundere/Black Rain. Das erste Album des Projektes erschien bereits vor 8 Jahren und ist heute ein begehrtes Sammlerstück. Die Musik siedelt sich irgendwo zwischen Fantasy Folk, Dark Ambient und Filmmusik an. Lugbúrz ist ein Name für Saurons dunklen Turm Barad-dûr und wurde vor allem von Saurons Kreaturen verwendet. Sauron ist der Herr der Ringe, der Zauberer, welcher den einen Ring schmiedete und der von Frodo besiegt wurde. Soviel zur Einführung.

"Gollums Song - Somewhere in Middle Earth" beginnt mit einem Klangteppich aus Höhlengeräuschen, Schwerter die Luft schneiden, klirrenden Ketten und Schnaufen. Aus diesem Cluster entwickelt sich ein dumpfer widerhallender Ton und alsbald eine Melodie, tief, träge, müde, skurill. Dieses, die Kreatur Gollum repräsentierende Intro, steht exemplarisch einführend für die Musik von Lugburz.

Ebenso atmosphärisch eröffnet sich Song Zwei "The Return to the Dark Ages" dem Zuhörer, mit rauschenden Winden, verzerrtem Wiehern und einer geheimnisvollen Stimme im Hintergrund, die zauberspruchartige Worte murmelt und so eine Mystik aufbaut die sich durch das ganze Album sich ziehen wird. Die Stimme wird zum Chor, der ein wenig an Cantus Buranus erinnert. Der Chor weist auf eine episch tragende Struktur in der Musik hin.
 
"The Ring goes South" führt uns in die Ringgemeinschaft ein, marschartig optimistsicher als seine Vorgänger begleiten die Erzählerstimme orchestral arrangierte elektronische Melodien. Und doch begegnet uns noch immer ein düsterer Unteron.
 
Wie auch in "The Shire" - das Auenland. Zauberhaft, anmutig, wie von einem bläulich-magischen Dunst umwoben in dem sanfte Kaminfeuer brennen, man sieht förmlich Schmetterlinge durchs Dorfidyll fliegen und hört Abenteuer in der Luft schweben, die von der Weite des Landes ringsum, den Hobbits zu Ohren dringen. Eine Wehmut liegt in der Melodie, wie etwas lang verlorenes Fernes. All das birgt diese herrliche Musik vom Auenland. Besonders entzückend ist, dass das Auenland in dieser Form noch nie intoniert wurde, wobei diese Version mir genauso gut gefällt wie Howard Shores Shire, wenn nicht gar besser.
Lugburz
Aus den lieblichsten Träumen reisst den Hörer dann Song Fünf "Morguls Night". Man ahnt Schlimmes. Dieser englische Song spielt sich in Minas Morgul der verseuchten Stadt der Orks und Nazgul ab. Ein düsteres Horn kündet von unheilvollen Heerscharen genau wie die growlig deathmetallige Stimme unter den Klängen.
 
Wie die Filmszene von Peter Jacksons "Return of The King" auf den Pelennor Feldern hört sich der Klangteppich von "Riders of Rohan" an, es könnte aber auch der Kampf mit dem Troll für dieses Arrangement Pate gestanden haben. Melodie und Gesang erinnern an das Tolkien Ensemble. Die Wasser der Nimrodel rauschen und plätschern an die Ohren des Hörers im  siebten Song. Wieder ein atmosphärisch dichter Song zum Träumen.
 
Die Mumakil-Reiter Hörner aus Jacksons "Return of the King", mittlerweiler fester Bestandteil aller Ton-Bibliotheken diverser Bands erklingen in Song acht und kündigen die Schlacht auf dem Pelennor an, die sich entsprechend dramatisch gestaltet. Fiedelklänge schallen uns bei "Edoras" entgegen, doch nicht lange hält sich das Lied bei dieser traditionellen Lesart der Hauptstadt Rohans auf sondern lässt die goldene Halle in magisch goldenem Licht erstrahlen, das fast an elbische Sphären erinnert. Ebenso wie der Gesang. An dieser Stelle hätte ich mir sehnlichst einen Titel mit Elbenbezug gewünscht, allein um die Umsetzung zu hören und harre nun gespannt auf das nächste Album. Der letzte Song gibt vielleicht einen Ausblick: "Tears for a new beginnig"...

Leider war dieses Album noch nicht erschienen als das Buch Musik in Mittelerde - Music in Middle Earth (Walking Tree Publishers 2010, ISBN: 978-3-905703-14-6) veröffentlicht wurde, sonst wäre es als eine weitere würdige musikalische Vision von Tolkiens Mittelerde auf jeden fall im Buch behandelt worden.
(Eine deutsche Version von "Music in Middle-earth" ist übrigens veröffentlicht bei Edition Stein und Baum unter dem Titel "Musik in Mittelerde, ISBN 978-3-932683-14-5)

 

 
 
Tracklist:

01. Somewhere In The Middle Earth (Gollum’s Song)
02. The Return To The Dark Ages
03. The Ring Goes To South
04. The Shire
05. Morgul’s Night
06. The Riders Of Rohan
07. Waters Of Nimrodel
08. Towards The Fields Of Pelennor
09. Edoras
10. Tears For A New Beginning
 
 
Kontakt und Hörproben:  
 
 
 
 

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