HAGGARD - Tour - Bericht 2012

Geschrieben von Detlef Fink am . Veröffentlicht in Photoreports 2012

HAGGARD Leipzig Bericht 2012 HAGGARD - Tour 2012
 
Leipzig - Theaterfabrik - 17.11.2012
 

 

Die deutsche Symphonic-Metal-Band, auch gern als Klassik-Mittelalter-Metal-Orchester bezeichnet, führte es für eine ihrer eindrucksvollen Shows nach Leipzig. Hier ist unser Bericht für euch! 

 

 

Copyright Fotos: Michael Zabel 


 
HAGGARDWie kann man jemandem die Musik von HAGGARD verklickern, der noch nie eine CD von ihnen gehört hat, oder sie live erlebt hat? In welche Schublade könnte man sie stecken?
So wie sich der Sound anhört und die Musik dargeboten wird, eigentlich nur in ihre ganz eigene!  Auch wenn eine Verquickung von  Klassik und Metal, Operngesang und Grunts nicht neu ist, bieten HAGGARD aber dieses Konglomerat mit einer ureigenen und somit unverwechselbaren Herangehensweise.
  Auch bei HAGGARD treffen orchestrale Klänge und klassischer Gesang auf eine Death/Black- Metal Band. Doch sind HAGGARD dabei keine  Metal-Band, die sich mit einer klassischen Fraktion schmückt. Sie sind ein geschlossenes Ensemble, in dem diese Fraktionen mit einander verschmelzen und die eine Fraktion ohne die andere nur bedingt funktionieren würde, ganz abgesehen davon, dass das musikalische Ergebnis dann wohl eher beliebig wäre.HAGGARD live in Leipzig
Mittels einschmeichelnder Streicher- , Klavier und Flötenpassagen, die immer wieder durch Metal-Akkorde kontrapunktiert werden, heller klarer Sopranstimme einer hervorragenden Sängerin und eines Tenores werden unter Verwendung klassischer und auch mittelalterlicher Klänge Spannungen aufgebaut, die sich dann immer eruptiv in einem Gewitter von Drums und Gitarrenriffs begleitet von Death Metal Grunts und dem vollen Druck des gesamten Ensembles entladen.  Jedes einzelne Werk, denn bei HAGGARD kann man kaum von Songs sprechen,  wird dramatisch, teilweise pathetisch aber immer mit immensem Druck aufgeführt. So gewaltig klingen nur HAGGARD, das besetzungsstärkste  Heavy - Metal - Orchester der Welt. Eigentlich kann man ein Konzert von HAGGARD mit Worten nicht umfassend beschreiben – HAGGARD sollte man erlebt haben. Am 17. November 2012 in der Theaterfabrik in Leipzig waren HAGGARD künstlerisch in Hochform und bestätigten eindrucksvoll die oben gemachten Aussagen. Was von CD schon riesig klingt, wurde live um Meilen überboten. Es wurden Werke von verschiedenen Alben der Formation aufgeführt (siehe Set-Liste). Dass kein neues Material gespielt wurde, ein neues Album soll es 2013 geben, fiel überhaupt nicht ins Gewicht. Auch deshalb nicht, weil HAGGARD keine Vertreter "Format Radio" tauglicher Popmusik sind, sondern sich in einer Schnittmenge mit der Klassik bewegen. So funktionieren die „alten“ Werke ohne Probleme. Dass es bei HAGGARD keine PC-Unterstützung gibt, müsste eigentlich nicht betont werden. HAGGARD Mit unbändiger Spielfreude sorgten heute 12 leidenschaftliche Musikanten (5 Damen und 7 Herren) über 100 Minuten lang bei sehr gutem Sound in angemessener Lautstärke für eine euphorische Stimmung und unter Umständen für Nackenschmerzen bei den vielen Headbangern im Publikum (und auf der Bühne).
Am Konzert selbst gab es überhaupt nichts zu kritteln. Auch wenn es etwas enttäuschte, dass eine Band wie HAGGARD als frenetisch eingeforderte Zugabe zur Zugabe keinen extra Titel spielen konnte, sondern nur  nochmals einen Titel des Sets, im konkreten Fall UPON FALLEN AUTUMN LEAVES, war das Gebotene eine ganz große Vorstellung und ein Konzerthighlight im Jahre 2012! So könnte man HAGGARD nicht nur einmal im Jahr vertragen!
 
Doch was Asis Nasseri (und seine Leute) dem Publikum vor dem Konzert zumuteten, war einfach nur unhöflich und ungezogen.
Da fällt, aus welchen Gründen auch immer, die Vorband aus und unerwartet, für eine Formation wie HAGGARD eigentlich ein Glücksfall, verlängert sich so die Zeit für den Soundcheck. Doch was passiert? Mit der Kenntnis, dass der Support entfällt, und das Publikum somit  also viel zu früh vor Ort ist, verzögern HAGGARD den Beginn ihres eigenen Auftritts nochmals um mindestens 30 Minuten! Mastermind Asis tritt dann ans Mikro und sagt wörtlich: „An uns hat es nicht gelegen.“  Na, an wem denn sonst? Angeblich mussten noch die Monitore für die vielen Musiker eingerichtet werden. In den über 80 Minuten, die ich vor dem Auftritt von HAGGARD im Saal verbrachte, ist auf der Bühne und im Umfeld nichts, aber auch gar nichts passiert! HAGGARD waren mit 4 Technikern vor Ort, welche uns zum Abschluss des Konzertes sogar namentlich vorgestellt wurden. Da sollten mehrere Stunden vor dem offiziellen Konzertbeginn auch für eine Formation wie HAGGARD ausreichen, die richtigen technischen Bedingungen für einen Auftritt hin zu bekommen. Sie gaben heute nicht zum ersten Mal ein Konzert und ich habe sie schon mit noch mehr Musikanten auf der Bühne erlebt, in den letzten 10 Jahren nun das 6. Mal, und Überraschung: nicht einmal ging es ohne verspäteten Konzertbeginn ab! Beim WGT 2007 wurde ihnen sogar nach Ablauf der planmäßigen Spielzeit ohne Gnade der Saft abgedreht.
Ich habe Verständnis dafür, dass eine Formation in der Größe von HAGGARD mit so vielen akustischen Instrumenten mehr Probleme mit dem Sound hat, als ein Elektroprojekt, doch ich bin nicht blöd!
SETLIST LEIPZIG THEATERFABRIK 17. NOVEMBER 2012 1. IN DES KÖNIGS HALLEN (TALES OF ITHIRIA - 2008)
2. THE SLEEPING CHILD (TALES OF ITHIRIA - 2008)
  3. THE OBSERVER (EPPUR SI MUOVE - 2004)
4. TALES OF ITHIRIA (TALES OF ITHIRIA - 2008)
5. UPON FALLEN AUTUMN LEAVES (TALES OF ITHIRIA -2008)
6. THE DAY AS HEAVEN WEPT (AND THOU SHALT TRUST…THE SEER - 1997)
7. ORIGIN OF A CRYSTAL SOUL (AND THOU SHALT TRUST…THE SEER - 1997)
8. AWEKING THE CENTURIES (AWAKING THE CENTURIES – 2000)
9. EPPUR SI MUOVE (EPPUR SI MUOVE - 2004)
10. HEAVENLY DAMNATION (AWAKING THE CENTURIES – 2000)
11. THE FINAL VICTORY (AWAKING THE CENTURIES – 2000)
12. THE HIDDEN SIGN (TALES OF ITHIRIA - 2008)
13. HERR MANNELIG (EPPUR SI MUOVE - 2004)
14. ALL INIZIO E LA MORTE (EPPUR SI MUOVE - 2004)
15. PER ASPERA AD ASTRA (EPPUR SI MUOVE - 2004)
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16. UPON FALLEN AUTUMN LEAVES (TALES OF ITHIRIA -2008)
 
 

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Fotocredit Falk Scheuring

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