FESTUNG KÖNIGSTEIN OPEN AIR – Schwarze Melancholie in einmaliger Atmosphäre

Geschrieben von Peggy Reichenbach / Falk Scheuring am . Veröffentlicht in Photoreports 2015

Diary Of DreamsFESTUNG KÖNIGSTEIN OPEN AIR 2015

mit DIARY OF DREAMS ++ DIORAMAS ++ SLAVE REPUBLIC

15.08.2015

Was ist, wenn sich bei heißem Sommerwetter zumeist schwarz gekleidete Grüppchen den steilen Weg hinauf zum Eingang der Festung Königstein bahnen? Dann ist wieder einmal Zeit für ein spezielles Szene-Event auf Europas größter Festung. In den vorangegangenen Juli-August-Wochen hatten sich schon Bands wie THE MISSION, SONO, NORTHERN LITE, aber auch Heinz Rudolf im Rahmen der KÖNIGSTEIN OPEN AIRS 2015 die historische Klinke der 800jährigen Bastion in die Hand gegeben.

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An diesem Abend hatte die verantwortliche „Konzertagentur Dresden“ nun ein besonders feine Musikpaket geschnürt. Über 200 Meter über normalem Grund, hoch oben auf dem Wallgang mit den mächtigen Mauern angekommen, ließen die Konzertbesucher erst einmal genüsslich den phantastisch-malerischen Blick, weit über das sächsiche Land schweifen. Fast konnte man hierüber vor Verzückung den eigentlichen Zweck der Reise hierher vergessen. Doch wieder rückbesonnen, ging es einige Treppen hinunter in den Kasematten Innenhof der Festung. Hier unter ein paar mächtigen Bäumen erwartete die Gäste eine Bühne und ein ganz spezielles Flair. Während die echten Fans sofort an die Stage rückten, konnte man die Konzerte auch bequem aus einiger Entfernung am Cocktailstand oder mit anderer Sichtweise, von den hohen Mauern aus verfolgen.
Slave RepublicAls erste und vergleichsweise recht junge Band des Abends, konnten sich Sänger Alec Fu und Alex (Bass) alias SLAVE REPUBLIC über sehr guten Zuspruch freuen. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie an Keyboard und E-Drums durch den allseits bekannten Daniel Myer (u.a. HAUJOBB, DESTROID). Mit zwei Alben im Rücken, hat die Synthpopband genug musikalischen Stoff, um ihre zahlreich angereisten Fans in Verzückung zu versetzen und in Tanzlaune zu bringen. Erst recht, als man kurz darauf Torben Wendt von DIORAMA für eine Duett mit einbezog. - Der WarmUp-Teil für den weiteren Abend kann als sehr gelungen bezeichnet werden! Den folgenden Act DIORAMA als Support zu bezeichnen, wäre reine Untertreibung. DioramaDa die Schnittmenge mit dem Headliner DIARY OF DREAMS etwa gleich groß ist, alte Verbindungen bestehen und die Reutlinger um Torben sich live im Allgemeinen eher rar machen, war hier ab den ersten Takten Hochstimmung angesagt. Und da „Why“, dieser erste Song, eine sehr markante Melodielinie aufweist, wurde er von der Menge sofort lautstark und im Chor eingestimmt.
DIORAMAs sphärisch-elektronische Musik besitzt eine ganz eigene mitreißende Intensität und eine dabei unterschwellig sehr schwermütige Melancholie, die von Sänger Torbens intensiver Stimme getragen wird. Torben weiß mit seinem Publikum umzugehen, das ihm an den Lippen hängt, textsicher sowieso und jede Minute dieses Gastspiels aufsaugend und für sich konservierend. Eine spezielle Vorstellung durch Torben, erhielt Helge, der neue Background-Sänger und Keyboarder. Dessen musikalisches Können merkte man der DIORAMA-Show maßgeblich an. Der Schwerpunkt in der Songauswahl lag nicht auf dem letzten aktuellen 2013er Album, sondern viel mehr auf einer Mischung aus der gesamten Diskografie, die immerhin bis ins Jahr 1999, mit beachtlichen acht regulären Alben, zurückreicht. Diese Vorgehensweise eines BestOf-Sets war bezeichnend für den Abend des KÖNIGSTEIN OPEN AIR, denn die Headliner handhabten es sehr ähnlich. Die zur Verfügung stehende Spielzeit konnte unter dem Gesichtspunkt einfach nur zu knapp geraten.
Mit „Defcon“ gaben die vier Musiker dann einen Ausblick auf ein neues Album, welches laut Aussage „irgendwann in der Zukunft erscheinen wird“ und welches vom Publikum schon sehr gut aufgenommen wurde.

DIORAMA Setlist 15.08.2015 KönigsteinDiorama

01 Why
02 Forgotten
03 Odyssey into the vacuum
04 Exit the Grey
05 Hope
06 Defcon (New Unpublished Song)
07 Child of Entertainment
08 Burning Out
09 Synthesize Me
10 Ignite
Encore:
11 Advance (R. Steward Version)

Die Show von DIARY OF DREAMS schließlich avancierte zu einem wahren Fest für alle Beteiligten. Diary Of DreamsGanz gleich ob vor der Bühne die Fans, oder Sänger Adrian Hates und seine musikalischen Mitstreiter on Stage. Wie schon erwähnt, haben die Elektro-Synth-Rocker aktuell kein Album zu promoten und stellten sich in der Songauswahl deshalb bewusst sehr breit auf. Mit dem genial atmosphärischen und gleichzeitig wuchtig-kraftvollen „Malum“ vom 2014er Album „Elegies In Darkness“ eröffneten die Headliner ihr Set. Einige Stücke von diesem Werk streuten sie im Verlauf ihrer Show immer wieder gekonnt ein, in Summe entwickelte es sich jedoch zu einem großartigen „BestOf- und Selten gespielt-Set“. Diary Of DreamsDazu kam ein Adrian in stimmungsmäßiger Hochform, der auf fast ungewohnte Weise, oft mit dem Publikum in kleine Gesprächsgeplänkel geriet, je länger das Konzert lief. Bei Stücken wie zum Beispiel „Chemicals“, „Butterfly Dance!“ oder „King Of Nowhere“ kommt jeder Fan ins Schwärmen und wenn Gaun:A mit vollem Einsatz in die Saiten greift und Adrian zu seinem Gesang die langen Haare effektvoll umher wirbelt, dann ist einfach alles gut! Alle hofften natürlich auf einen Gastauftritt von Torben Wendt, der bis vor einigen Jahren praktisch zur Band gehörte. Doch diese Hoffnung bestätigte sich (vorerst) nicht. Hervorzuheben ist an dieser Stelle einmal der exzellente Sound und auch die sehr effektvoll eingesetzte Lightshow, durch welche die Musiker zur hereinbrechenden Dunkelheit in ein sehr akzentuiertes, abwechselnd farbiges Licht getaucht wurden. Schließlich kündigte Mastermind Adrian Hates für Oktober ein neues, noch unbetiteltes Album an, ein neues Stück ließen sie sich live jedoch noch nicht entlocken. Stattdessen wurde als letztes Stück „Undividable“ zu Gehör gebracht und die fast 1000 Gäste tanzten sich weiter in Ekstase. Diary Of DreamsDie Menge hatte nach dem „planmäßigen“ Teil noch lange nicht genug und bereitwillig gingen DIARY OF DREAMS mit „Lebenslang“ in einen Zugabenblock. Als Extrazugabe ließen sie sich auf den Allzeit-Hit „The Curse“ ein, bevor man sich nach fast zwei Stunden endgültig verabschiedete. Doch halt, die Bühnentechniker bauten doch etwas auf, anstatt den Abbau zu beginnen?! Die Bands des Abends hatten, wie sich kurz darauf zeigte, eine besondere Überraschung vorbereitet. Unterstützt von SLAVEREPUBLIC mit Sänger Alec Fu, bat Adrian Hates nun auch Torben Wendt unter riesigem Jubel auf die Bühne. Gemeinsam brachten sie das wundervolle DOD-Stück „Traumtänzer“ in einer sehr speziellen Version zu Gehör. Gänsehautfeeling pur stellte sich ein, als Torben dazu passend eine Klaviereinlage am Keyboard spielte und die Menge gemeinsam singend den Song mit der Textzeile „Hast du noch nie gesehen, wie meine Augen glitzern.....“ langsam ausklingen ließen. Wow!

Im Anschluss nutzten viele Gäste den lauen Sommerabend um sich in den Kasematten und dem einmaligen Flair den Kultsongs der Aftershowparty hinzugeben. Der perfekte Ausklang für ein einzigartiges Konzerterlebnis!

Setlist Diary Of Dreams

01. Malum N
02. Chemicals
03. Psycho-Logic
04. the WeddingDiary Of Dreams
05. Haus der Stille
06. O' Brother Sleep
07. Butterfly:Dance!
08. Nekrolog 43
09. Daemon N
10. Dogs of War N
11. Luxury of Insanity
12. StummKult N
13. King of Nowhere
14. a dark embrace N
15. Kindrom
16. Undividable
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17. Lebenslang
18. The Curse
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19. Traumtänzer

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Fotocredit Falk Scheuring

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