PROJECT PITCHFORK – am Filmset zur Blood-Tour - Konzertbericht aus Dresden

Geschrieben von Diana Sickrodt am . Veröffentlicht in Photoreports 2015

Reithalle – Dresden 14.11.2015Project Pitchfork

PROJECT PITCHFORK rufen zum Spiel und die Fans eilen in Scharen herbei. Es ist für viele Fans, auch für mich, immer wieder ein Highlight Peter Spilles, Dirk (Scheubi) Scheuber und Jürgen Jansen live zu erleben. Desweiteren haben sie für ihre Show zwei Schlagzeuger, Léo und Nook, engagiert und als Supports die Bands EISFABRIK und BhamBhamHara on Tour.

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An den Kennzeichen der überall parkenden Fahrzeuge ist unschwer zu erkennen, dass die Fans nicht nur aus Dresden herbeieilen, sondern ebenfalls aus vielen anderen Städten anreisen. Auch wir haben uns aus Leipzig auf den Weg nach Dresden gemacht und schon beim Vorüberfahren am Kulturzentrum "Strasse E" sehen wir eine beachtliche Masse geduldig wartender Fans vor dem geschlossenen Tor der Reithalle- Dresden stehen. Schnell einen Parkplatz gesucht und mit Glück gefunden, noch fix ein alkoholfreies Bier getrunken (das stellte sich später als clevere Entscheidung heraus), den Kamera-Rucksack geschultert und Start!

Die Reithalle, ehemals als Reithalle der Königlich Sächsischen Kavallerie geplant, ist eine wirklich sehr schöne Location. (Wenn sie nicht so überfüllt ist, wie an diesem Abend.) Bereits kurz nach dem Einlass 19.30 Uhr tummeln sich sehr viele Fans in der Halle. Die Leute verlustierten sich zum großen Teil an der noch erreichbaren Bar und am Merchandising Stand, andere begeben sich in die begehrten vorderen Reihen. Aufgrund meiner Fotoerlaubnis werden wir vom Personal sofort nach vorn zum Graben verwiesen und warten nun. Als ich zu dem recht streng blickenden Security-Mitarbeiter sage, ich würde später gern Fotos von weiter hinten aus dem Publikum machen, schüttelt er leicht mit dem Kopf und teilt mir mit, dass das da vorn der beste Platz des Abends sein wird. Nicht wegen der Nähe zur Band, sondern aus Platzgründen. Ich dachte anfangs es wäre ein Witz! Doch schon sehr kurze Zeit später, sehen wir nur noch eine riesige Menschenmasse hinter uns. Ein Versuch an Getränke zu kommen scheitert kläglich, da sich die Bar am anderen Ende des langgezogenen Reithallenuniversums befindet und es angesichts der Massen schlicht zu zeitaufwändig wäre, sich noch einen Weg freizukämpfen. (An dieser Stelle geht mein herzlicher Dank an einen sehr sympathischen Menschen, der scheinbar zur Crew gehörte und mir eine Flasche Wasser anbot!) Pünktlich 20.30 Uhr eröffnen BhamBhamHara mit ihren deutschsprachigen Titeln wie „So ´ne Schöne Welt“ und „Wir Feiern“ den offiziellen Teil des Abends. Musikalisch ist die Band im Progressive Body Music/Electro-Genre einzuordnen. Beim Zuhören hat man ein wenig die Band „Kraftklub“ im Hinterkopf, was nicht negativ zu werten ist. EisfabrikDas Publikum haben sie bei sich und die „Feier“ beginnt. 20.55 Uhr verabschieden sich Jan Bicker, Axel Ermes und Nook, der Live-Drummer mit dem Song „Nur für Euch“, um für die Hamburger Eisfabrik Platz zu machen.
Nach einer kurzen Umbaupause wird es optisch frostig auf der Bühne. 21.15 Uhr halten Dr.Schnee, Der Frost und °Celsius Einzug. Die Musik der Eisfabrik,  angesiedelt im Synth/Future Pop Bereich, die verschiedenen Lichteffekte und Showeinlagen begeistern das Publikum im Handumdrehen. Beim Titel „Maschinen“ erscheint eine übermenschlich große Figur, welche einen Roboter darstellt, auf der Bühne, aus dessen Händen Laserstrahlen entfesselt werden. An anderer Stelle der Show kommt ein Yeti auf die Bühne gesprungen, welcher sich flux über den Bühnengraben hin zu den begeisterten Fans schwingt. Als es zwischendurch aus 2 Vorrichtungen vor der Bühne in Richtung Publikum „schneit“ , hofft der eine oder andere insgeheim bestimmt auf echte Abkühlung, denn entgegen ihres Namens, hat die Eisfabrik den Leuten schon mal ordentlich eingeheizt. Nach 30 Minuten Showtime schließt die Eisfabrik ihre Pforten und die Eisfabrikanten, samt Yeti und Maschine machen Feierabend. Good Job!
Nach erfreulich kurzer Umbaupause ist es soweit: Headliner-Time! Im Hintergrund der Bühne sind etwas erhoben zwei Drumsets aufgebaut, die Hintergrundbeleuchtung ist blau eingefärbt, die Drums leuchten rot. Während des Intros nehmen die beiden Drummer Nook und Léo ihre Plätze ein, gleich danach erscheinen Jürgen Jansen und Dirk Scheuber an ihren Keyboards. Als Peter Spilles auf der Bühne seinen berühmten Mikrofonständer erreicht, die Lichteffekte einsetzen und die ersten Klänge von „Continuum“ zu hören sind, bricht frenetischer Jubel aus. Der Saal ist bis auf den letzten Quadratzentimeter gefüllt und feiert lautstark den Einzug der Band.
PROJECT PITCHFORK live in Dresden 2015Ab Song Nr.1 ist das Publikum im Sog dieser „ihrer“ Musik! Electro/Industrial/Rock/Dark Wave...für mich ist Project Pitchfork einzigartig im Gesamtpaket. Peter Spilles begrüßt „sein“ Publikum, danach gibt es kein Halten mehr! Der Saal kocht im doppeltem Sinn!
Die Setlist ist immer wieder eine Überraschung und das ist gut so! - Die Titel der aktuellen "Blood"-Album-Tour stehen im Vordergrund. Doch spürt man deutlich an der anschwellenden Lautstärke der Fans und der sich auf-und ab bewegenden Menschenmasse die aufflammende Euphorie, wenn altbekannte Titel wie „En Garde“, „Conjure“, „Alpha Omega“ oder „Timekiller“ gespielt werden. Dabei stellt sich unweigerlich ein Gänsehautgefühl ein und man kann sich der Energie nicht mehr entziehen. Irgendwann ist es so warm, dass ich junge Männer mit freiem Oberkörper in der Masse pogen sehe..
Das an diesem Abend Filmarbeiten stattfinden, wurde den Fans rechtzeitig angekündigt und ist nun vor Ort nicht zu übersehen. Immer wieder zieht ein Kamerateam vor und auf der Bühne seine Runden. Auch wenn es manch einer als störend empfand, ich freue mich, wenn bekannt wird, was es damit auf sich hat und vielleicht sogar mal wieder ein neuer Konzertfilm herauskommt?! Lassen wir uns überraschen!
Fakt ist, dass die Hingabe zu dieser Band bei den Fans ungebrochen ist. Zu erkennen ist es 1. an der Menschenmenge, die bei diesen Konzerten jedes Mal vor Ort anzutreffen ist und 2. wenn die ersten Reihen vor dem ersten Support komplett besetzt werden und dazwischen Leute stehen, die mit dem typisch blauen Farbstreifen im Gesicht und der aktuellen Frisur eines Peter Spilles ausgestattet sind. An Altersgruppen ist vom Twen bis Fifty oder vielleicht auch älter alles vertreten. Und trotz der tragischen Ereignisse am Abend zuvor in Paris, haben die Leute keine Angst gezeigt, an Veranstaltungen teilzunehmen. Der Gedanke an Paris war sicher bei vielen dabei. Doch ich denke, trotz allem dabei zu sein und zu leben, auch dies steht für Project Pitchfork, denn sie sind mit den Inhalten ihrer Texte stets aktuell und auch irgendwie zeitlos, ohne zu mahnen. Und das seit 25 Jahren. Peter Spilles PROJECT PITCHFORK live in Dresden 2015Es ist großartig zuzuhören und das so zu erleben, zeigt es deutlich: die Message kommt immer noch und wieder und wieder beim Hörer an. Als in der Zugabe die ersten Töne von „Souls“ zu hören sind, steigt Peter Spilles in den Graben und klettert von innen auf die Absperrung, um mit seinen Fans diesen Titel gemeinsam zu singen. Auch für mich ist der Titel jedes Mal etwas Besonderes, da er mit vielen Emotionen verbunden ist. Nach noch drei folgenden Titeln geht mit der „Blood-Thirst“ Zugabe das Konzert final zu Ende! Die Band verabschiedet sich und Peter fügt hinzu, dass es ihm eine Ehre war in Dresden zu spielen und verlässt die Bühne. So richtig will das im Saal aber keiner glauben und die Leute warten.. . Irgendwann geht dann doch das grelle Hallenlicht an und „andere“ Musik ist zu hören. Erst jetzt wird realisiert, dass leider wirklich Feierabend ist. Ich glaube um alle von den Fans verschiedenen geliebten Titel zu spielen, bräuchten die Jungs eine ganze Nacht.

Langsam aber sicher kämpfen wir uns in der Masse zum einzigen Ausgang. Den Gang zur immer noch völlig überfüllten Bar am anderen Ende des Raumes schenken wir uns. Vorbereitung ist schließlich alles... also auf zum Auto, auf nach Leipzig. Im Gepäck ein paar schöne Pics und Erinnerungen an ein wieder mal tolles Project Pitchfork Konzert.

PS.: Und wenn auch nicht alles läuft wie man will oder erwartet wird - Keiner ist perfekt, wir alle sind Menschen und keine Maschinen!

Setlist Dresden 2015:
1. Continuum
2. Blood-Stained (Give me your Body)
3. Rain
4. En Garde!
5. ConjurePROJECT PITCHFORK live in Dresden 2015
6. Blood-Line (Never)
7. Midnight Moon Misery
8. Blood-Diamond (See him running)
9. The Dividing Line
10. I am (A thought in slowmotion)
11. Blood – Loss (Sometimes)
12. View from a Throne
13. IO
14. Blood – Pressure (Just for my pleasure)
15. An End
16. Terra Incognita
17. Alpha Omega
18. Existence v4.1
19. Beholder

Credit 1:

20. Timekiller
21. Souls
22. The Longing
23. The Queen of Time and Space

Credit 2:
24. Acid Ocean
25. Blood - Thirst

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