OOMPH! - Leipzig - 2008 - Review

Geschrieben von Claudia und Peggy am . Veröffentlicht in Photoreports 2008

OOMPH! Leipzig 2008

OOMPH! ++ ALL ENDS ++ MINA HARKER
 
Leipzig - Werk II - 21.11.2008
 
 
Im Rahmen Ihrer MONSTER - Tour rockten OOMPH! in Leipzig und wir waren dabei. Hier gibt es den Bericht und Galerien von dem Event.

 

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Fotos: Martin Reiss-Zimmermann / Marius Meyer


 

OOMPH! Monster Album bei POPoNAUT Großartig vorstellen müssen wir das Braunschweiger Electro-Metall Trio OOMPH! wohl kaum noch. Spätestens seit ihrem Deutschland-Nr. 1 Hit "Augen Auf" und dem Sieg, gemeinsam mit Marta Jandová, beim Bundesvision Song Contest 2007 sind sie übergreifend ein Begriff und haben die Indie-Ecke, in der sie sich nach ihrer Gründung 1989 Kultstatus erarbeiteten, verlassen. Mit "Monster" brachten sie jetzt ihr neues Album auf den Markt. Es ist das dritte Studioalbum seit dem Erfolg von "Wahrheit oder Pflicht" im Jahr 2004 und "GlaubeLiebeTod" 2006 und schaffte es in den DACharts auf Platz 1.
 
 
Das letzte Mal konnten wir die Band vor über 2 1/2 Jahren zum Konzert in Leipzig begrüßen. Im Mai 2006 spielten sie vor sehr gut gefülltem Saal im Haus Auensee. Auf ihrer aktuellen Tour zog man das Werk II als Location vor und der Publikumsansturm hielt sich, im direkten Vergleich, diesmal in Grenzen. Das Werk II war etwa zur Hälfte gefüllt.
 
 
Als Support hatten sich OOMPH! zwei Acts zur Tour geladen. Von Mina Harker vernahmen wir bei der Ankunft lediglich die letzten Klänge. Entgegen der offiziellen Ankündigung hatte sie eher mit ihrem Auftritt begonnen. Die OOMPH! Labelkollegen ALL ENDS aus Schweden machten dann schon einmal ordentlich Druck mit ihrem gleichnamigen Debütalbum und veranlassten die Leute, näher an die Bühne zu rücken. Bei den zwei reizenden Damen Tinna und Emma als Sängerinnen sowie den drei männlichen düsteren Bandmitgliedern gab es für jeden was für Augen und Ohren.
 
 
OOMPH! Dero 2008Doch endlich ist es nun soweit und OOMPH! betreten die Bühne. Dero, Flux und Crap aka OOMPH! werden zur Monster-Tour von einem Drummer und zusätzlichem Gitarristen unterstützt. Im Hintergrund der Stage prangte übergroß ein ernst dreinblickendes Knabengesicht - das Cover vom neuen Album. Als die Musiker unter Jubel erscheinen, können sie sofort das von ALL ENDS geschürte Feuer offen entfachen. Sänger und Shouter Dero hat seine weiße Zwangsjacke abgelegt und erscheint heuer in schwarzem Outfit mit topgestylten Haaren und „The Crow“-ähnlicher Gesichtsschminke. Entertainer wie er nun mal ist, hat er keine Mühe seine Fans sofort in den Bann zu ziehen. Eine ausgefeilte Lichtshow setzt die Akteure auf der Bühne großartig in Szene.
 
„Beim ersten Mal tut’s immer weh“, der Opener vom neuen Album eröffnet krachend die Show, gefolgt von „Träumst Du“, welches auch ohne die prominente weibliche Verstärkung durch Marta von DIE HAPPY überzeugen kann.  Dero setzt zu den ersten Tönen des nächsten Stückes entgleiste Gesichtzüge auf  - ave satani et stupor et christi! schallt es aus den Boxen und die Menge tobt zu „Unsere Rettung“. Das Tempo wird so von Anfang an hoch gehalten und man muss einfach mittanzen und springen. Mit Mimiken und ausladenden Gestiken bezieht Dero das Publikum ein, welches sich auch textsicher zeigt und zum Beispiel „Das letzte Streichholz“ im Chorus mitsingt. Zwischen den Stücken weiß er geschickt durch Sprüche, ansprechende Überleitungen zu spinnen und lässt das Publikum kaum zu Atem kommen. Natürlich darf ein Stagediving ins Publikum nicht fehlen.  - Dero genießt es von den Massen getragen zu werden.
 
 
OOMPH! Fans Leipzig"Monster" und die zwei Vorgängeralben, erhalten heute Abend Vorrang, Oldies wie „Sex“ und „Gekreuzigt“ bilden eher die Ausnahme im Set, werden allerdings geschickt eingestreut. Da wünschten wir uns als Fans der frühen Werke natürlich gern etwas mehr Beachtung. Mina Harker erscheint auch nochmal im Rampenlicht und im Duett mit Dero schmettert man „Bis zum Schluss“. So ganz unpolitisch können auch OOMPH! nicht sein. Mit Hinweis auf den Obama-Sieg wird das Stück „Revolution“ angestimmt, welches für uns leider eines der flachsten vom neuen Album darstellt.
OOMPH! haben ein schönes Paket an Songs geschnürt, doch es scheint zunehmend schwerer zu fallen, das hohe Einstiegstempo, welches dem Publikum auferlegt wurde, bis zum Ende hin durchzuhalten. Die Fans zeigen Erschöpfungserscheinungen und die Anfeuerungsversuche des Sängers wirken etwas gekünstelt. Ungeachtet dessen wird die Band zu zwei Zugabeblöcken aus dem Backstage hervorgejubelt. – So geht es ja nicht: „Gott ist ein Popstar“ und „Augen Auf!“ , die Dauerbrenner fehlten doch noch. Nach „Menschsein“ und „Die Leiter“ scheint endgültig Schluss zu sein. Falsch gedacht! Fast schon obligatorisch für ein OOMPH! Konzert, stimmt Dero als Abschluss einen Acapella-Song an. Diesmal ist es das wundervolle „The Power Of Love“.
Ein zufriedenes Publikum zerstreut sich schnell in alle Richtungen, vorbei am Merchandise-Stand, der nach dieser Show sicherlich noch einmal gute Umsätze verbuchen kann.
Auf ein baldiges Wiedersehen!
 
 
 
Setlist:
 
01. Beim ersten Mal tut’s immer weh
02. Träumst Du
03. Unsere Rettung
04. Fieber
05. Wer schön sein will muss leiden
06. Du willst es doch auch
07. Wach auf!
08. Das letzte Streichholz
09. Das weisse Licht
10. Sex
11. Mitten ins Herz
12. Bis zum Schluss
13. Revolution
14. Sex hat keine Macht
15. Mein Schatz
16. Lass mich raus
17. Die Schlinge
18. Niemand
19. Gekreuzigt
20. Labyrinth
 
 
Zugabe 1
21. Gott ist ein Popstar
22. Augen Auf!
 
 
Zugabe 2
23. Menschsein
24. Die Leiter 25. The Power Of Love - Acapella
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

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