Interview mit Johan van Roy alias SUICIDE COMMANDO zu „Bind, Torture, Kill“

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Interview mit Johan van Roy alias SUICIDE COMMANDO
zu „Bind, Torture, Kill“

 

Im allgemeinen sind Menschen nun einmal fasziniert von unbekanntem und unerklärlichem ...

Kurz vor Start der „Bind, Torture, Kill“ Tour, stellt sich Johan unseren Fragen bezüglich des neuen Albums mit gleichem Titel.

Hell-Zone (HZ)
Das Wort „Hell“ ist ja in einigen Deiner Tracks vorzufinden. Was fasziniert Dich an der Hölle?

Suicide Commando (SC)
Im allgemeinen sind Menschen nun einmal fasziniert von unbekanntem und unerklärlichem ...
ich stehe mit der Faszination also nicht alleine.


HZ
Du hast ja nun schon seit vielen Jahren etliche Alben auf den Markt gebracht. Hast Du ein Lieblingsalbum oder einen Lieblingstrack?

SC
Es klingt zwar etwas abgedroschen, aber das aktuelle Album ist in der Tat mein bisher bestes Album. Ich habe sehr viel Zeit und Energie hineingesteckt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Einen Lieblingstrack zu nennen ist schwieriger, da ich zu all meinen bisherigen Arbeiten stehe. Wenn ich mit einem Track nicht ganz zu Frieden bin, geht dieser nicht auf in die Öffentlichkeit, sondern in meinen Abfalleimer. Wenn ich aber jetzt unbedingt meine Favoriten benennen müßte, dann sind das „Conspiracy With The Devil“ und der Titeltrack des aktuellen Albums „Bind, Torture, Kill“.


HZ
Wovon lässt Du dich beim Musikmachen inspirieren?

SC
Inspirationen finden sich im Alltag, im täglichen Leben, TV, Radio, Filme, Bücher, und so weiter. Leute die behaupten, sich von nichts und niemandem beeinflussen zu lassen, lügen.


HZ
Entstehen Deine Tracks experimentell oder schwirren Dir vorher schon Melodien im Kopf herum, die Du später umsetzt?

SC
Meine Songs entstehen spontan. Ich starte vom Punkt Null mit einer Basssequenz oder einem Drumloop, auf die dann Samples oder Melodien aufbauen. Musik hat immer etwas mit Leidenschaft und Gefühlen zu tun, aber diese entstehen quasi spontan aus dem Bauch heraus, nicht vorgeplant. Ich kann mich nicht hinsetzen und sagen, ich will jetzt einen Clubhit komponieren, so was muss aus einer Stimmung und von innen kommen.


HZ
Wen willst Du mit Deiner Musik erreichen?

SC
Wenn man sich entscheidet rein elektronische Musik zu machen, beschränkt man sich damit zwangsläufig auf ein spezielles Publikum. Aber ich habe keine Zielgruppe oder ähnliches, in erster Linie mache ich Musik für mich selbst und aus Freude daran. Es ist natürlich toll, wenn Leute speziell damit etwas anfangen können und etwas für sich herausziehen können. Ich mag es eigentlich nicht kategorisiert zu werden; Industrial, Futurepop, Endzeit-Electro, ... diese ganzen Schubladen. Ich mache zwar elektronische Musik, aber Musik für jeden der mag!


HZ
Wer sollte Deine Songs mal hören, wird es aber nie tun?

SC
George Bush sollte sich mein vorletztes Album “axis of evil” einmal näher zu Gemüte ziehen, aber diese Art von Musik wird ihm wohl nicht liegen ..


HZ
Was hörst Du privat am liebsten?

SC
Nun, ich bin kein Electro-EBM-Junkie, wie man vielleicht annehmen könnte. 99% der Musik die ich höre ist zwar rein elektronischer Natur, aber dies dann wieder über eine riesige Bandbreite, von Industrial bis Futurepop, von Endzeit-Electro bis Techno-Trance ... Gelegentlich höre ich auch einmal gitarrenorientierte Musik im Stil von Rammstein,Oomph!, Marilyn Manson, ...


HZ
Wie kam es zu „Suicide Commando“ ? (Die Band zu dem Namen und Du zur Musik)

SC
Mitte der Achtziger gab es eine deutsche Band mit dem Namen No More, die mit ihrem Song „Suicide Commado“ einen Clubhit hatten. Angetan von Song und Titel beschloss ich diesen Namen für mein eigenes Musikprojekt, also Suicide Commando zu verwenden. Dies ist mittlerweile 20 Jahre her, denn das war in 1986! Ich hätte nicht zu träumen gewagt, dass der Name „Suicide Commando“ (Selbstmord Kommando) jemals so populär werden würde. Diese Suicide Bombers im Irak und Israel .. Ich gelobe hiermit feierlich, dass ich mit diesen Selbstmordattentaten nichts zu tun habe.


HZ
Wie kam die Single „Godsend / Menschenfresser“ bei den Fans an?

SC
Die kontroverse und provozierende Thematik gefiel den Fans.


HZ
Kann man davon auf den Erfolg des neuen Albums „bind, torture, kill“ schließen?

SC
Beide Titel sind ja auch auf dem Album enthalten, welches diese Thematik weiterverfolgt. Es waren einfach die beiden ersten fertiggestellten Tracks, das Konzept stand bereits vor der Single.


HZ
Wie gehst Du persönlich mit Kritik deiner Fans um?

SC
Natürlich wünscht man sich, dass jedem seine Musik gefällt, aber man weiß auch, dass man es nicht allen recht machen kann. Manche mögen eher meine älteren Arbeiten, andere meine neueren, manche werfen mir vor immer die selben Sounds zu verwenden, andere beschweren sich das ich meine Sounds zu oft ändere .. also fast völlig gegensätzliche Ansichten. Ich muss mich ja keiner Meinung anschließen, kann sie aber durchaus akzeptieren und respektieren.


HZ
Wie siehst Du als Künstler die momentane Situation auf dem Musikmarkt?

SC
Die momentane Situation stimmt mich etwas nachdenklich. Die CD-Verkäufe sind in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen, was ich zum Grossteil auf illegale Downloads und Piraterie zurückführe. Natürlich gab auch eine sich ändernde Jugendkultur einen Ausschlag, die neue Generation der Jugendlichen gibt ihr Geld lieber für Handys und Computerspiele als für Musik-CDs aus. Als Musiker hat es leider dramatische Konsequenzen, wenn immer mehr Plattengeschäfte, Label und Vertriebe pleite machen ... eine traurige Entwicklung.


HZ
Trittst Du lieber auf Großveranstaltungen wie WGT auf, oder ziehst du „gemütliche“ Konzerte in kleinen Clubs vor?

SC
Ich mag beides sehr. Es macht für mich keinen großen Unterschied ob es 50, 500 oder 5000 Leute sind. Solange sie sich selbst feiern ist das toll und macht mich glücklich. Natürlich ist man bei kleineren Gigs dem Publikum viel näher, was die Stimmung positiv beeinflussen kann, andererseits kann man auf großen Festivals viel mehr Menschen erreichen .. so hat alles sein gutes.


HZ
Beschreibe uns mal das Gefühl auf der Bühne zu stehen und zu sehen, dass die Masse von deiner Musik begeistert ist!

SC
Eine großartige und einzigartige Erfahrung, aber ich liebe es genau so, vor 50 völlig enthusiastischen Fans in einem kleinen Club zu spielen.


HZ
Möchtest Du zum Schluss noch ein paar Worte an Deine Fans richten?

SC
Ich bedanke mich bei allen Fans für die unermüdliche Unterstützung. Ich hoffe euch alle auf der anstehenden Tour durch Deutschland begrüßen zu dürfen.. Stay evil! Johan. Suicide commando.


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© HELL-ZONE / April 2006