PROJECT PITCHFORK - Dresden - 2008 - Review

Geschrieben von Peggy und Falk am . Veröffentlicht in Photoreports 2008

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PROJECT PITCHFORK ++ ABSURD MINDS ++ LEGACY OF MUSIC ++ CAISARON
 
Dresden - Alter Schlachthof - 01.11.2008

 

Am 1. November begaben wir uns nach Dresden zu einem außergewöhnlichen Event. "WORLD VIOLATION - THE CONCERTs 2008" mit insgesamt 4 Bands war angesagt. Es sollte eine denkwürdige Show, vor allem für die Fans der ersten Generation werden...

 

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Project Pitchfork Dresden 2008 - Totale "WORLD VIOLATION - THE CONCERTs 2008" mit insgesamt 4 Bands war angesagt. 
Durch den Nebel gekämpft, bekamen wir bei unserer Ankunft im "Alten Schlachthof" lediglich die letzten Takte der Band CAISARON mit. Besucher nach der Live-Qualität der Band befragt, wurden sie uns human gesagt, als "sehr durchwachsen" und "grenzwertig" beschrieben.
CAISARON, wie die zwei noch folgenden Supportbands stammen aus dem Raum Dresden und genossen zumindest einen Heimvorteil. Hatte sich doch direkt vor der Bühne eine ansehnliche Anhängerschar versammelt.
Der große Konzertsaal war insgesamt bereits jetzt sehr gut gefüllt. Zusammen werden es wohl etwa 2000 Besucher gewesen sein. - Große Showbühne also auch für das folgende Synth-Pop Duo LEGACY OF MUSIC. Deren Sänger Nick bewies einmal mehr vollwertige Entertainerqualitäten und animierte sein Publikum durchaus erfolgreich. Zeitweise wirkten seine Posen und Rufe allerdings etwas "Too Much". Die Songs der Band jedenfalls sind eingängig, tanzbar und dazu Nick's unverwechselbare Stimme plus Perfomance bleiben im Gedächtnis haften. Unterstützung erhielten die beiden in Form des Livedrummers Timo Fischer (ABSURD MINDS).Die 40 Minuten Spielzeit schöpften LEGACY OF MUSIC voll aus und performten zu Stücken aus ihren bisherigen zwei Alben.
Die gleich lange Auftrittszeit bekamen "Co-Headliner" und letzte Vorband ABSURD MINDS zuerkannt. Nach Ansage von Sänger Stefan stellte dieses Konzert für das Trio zwei Premieren dar. Zum einen absolvierten sie ihre erste Show im heimatlichen "Alten Schlachthof" und wichtiger: sie spielten zum ersten Mal im Vorprogramm ihrer Mentor-Band PROJECT PITCHFORK. Dementsprechend hoch motiviert gingen die Drei, ergänzt durch den LEGACY OF MUSIC-Sänger, an ihr Werk. Es ist einige Zeit her, dass ich ABSURD MINDS auf einer Bühne erleben konnte und ich kann sagen, sie haben sich in ihrer Livepräsentation sehr gut weiter entwickelt.Die Tatsache, dass sie sich in den vergangenen Jahren einen guten Namen in der Szene gemacht haben und dazu noch den Heimvorteil nutzen konnten, schien sich zusätzlich positiv auf die Band auszuwirken.Fans bei Project Pitchfork Dresden
 
PROJECT PITCHFORK - BACK TO THE ROOTS
Der Konzertsaal hatte sich mittlerweile bestens gefüllt. Auffällig war der Altersschnitt des Publikums. Das Gros der Fans ist schätzungsweise im Mittel um die 30 Jahre alt. Junge Fans suchte man (fast) vergebens. Immerhin blicken PROJECT PITCHFORK auf eine schon fast 20 jährige Geschichte zurück. Zuletzt war es jedoch ruhiger um das Hamburger Kultprojekt geworden. Veröffentlichte man in den 90er Jahren noch im Jahrestakt ein neues Studioalbum, so wurden die Abstände in den vergangenen Jahren größer. Der Stil der Alben Inferno (2002) und Kaskade (2005) wurde von vielen Fans nicht wie erwartet mitgetragen und Liveauftritte eine Ausnahme.
 
Die Spannung auf die heutige Show und Songauswahl war demtsprechend gross. Eines aber war klar: Wenn die Band in der Vergangenheit bei ihren Touren und Festivalauftritten mühelos zu begeistern wußte, dann in der PP-Hochburg von Dresden und Umgebung. Speziell im "Alten Schlachthof" spielten sie schon mehrmals und nahmen Livevideos auf.
Die erste Überraschung folgte mit Beginn des Konzerts. Peter Spilles enterte nach seinen Musikern und Keyboarder Dirk "Scheubi" Scheuber unter tosendem Beifall die Bühne und eröffntet das Set mit dem Knallerstück "God Wrote".
Die Reaktion der Menge auf diesen Beginn war schier umwerfend. Von den ersten Takten an wurde ein großer Pulk vor der Bühne zum pogenden Hexenkessel. PROJECT PITCHFORK sind endlich zurück!
"Carnival", "Conjure" und "Requiem" folgten und gönnten den ausgelassenen Fans keine Pause.
 
Spätestens jetzt wurde klar, dass die Band für diesen Abend ein "Old School"-Schlemmer-Paket geschnürt hatte. Kein Song der neuen Alben wurde heute gespielt. Stattdessen ging es vom ersten Album DHYANI ( von 1991), quer über ALPHA OMEGA hin zu CHAKRA RED. Der Schnitt bei der Songauswahl wurde beim Album DAIMONION (von 2001) gezogen. Die Fans schienen überhaupt nicht traurig über diese Entscheidung zu sein. Ein gut gelaunter Peter Spilles führte die Menge von einem Szene-Hit zum nächsten. Selbsbewußt und mit betonten Posen, passend zu den Stücken, wirbelte er über die Bühne und bezog das Publikum mit ein. Zwischen den Songs blieb er bis auf ein simples "Dankeschön" aber gewohnt wortkarg. Während Achim Färber (Drums), Carsten Klatte (Gitarre) und Jürgen Jansen (Keyboard) "artig"an ihren Instrumenten werkelten, interagierte Scheubi zwischendurch gern mit dem Publikum und pushte es zu weiteren sichtbaren und hörbaren Höchstleistungen. Peter Spilles - Project Pichfork 2008
"Existence" beschloss das reguläre Set, doch die Menge hungerte nach mehr. Die Band ließ sich nicht lange bitten, erschien zurück und ein Meer aus Händen konnte man jetzt bei "Timekiller" beobachten. Mit "Souls" folgte ein Gänsehautstück, welches in der Vergangenheit bei vielen Auftritten als finaler Song performt wurde. Doch damit nicht genug, kündigte Peter nun "Rescue" an. Der perfekte Song zum Ausklang eines denkwürdigen Auftritts, doch das instrumentale Ende des Songs wurde etwas zu schnell ausgeblendet. 
 
Das kanns noch nicht gewesen sein, sagte mein Gefühl. Die Fans müßten nun nach über 90 Minuten eigentlich ausgepowert sein, verlangten jedoch weiter lautstark nach Zugaben und der Wunsch wurde ihnen prompt erfüllt. Man ließ sich von der Stimmung nicht nur zu einem, sondern gleich zu zwei Zugabeblöcken hinreißen. Es wurden die Stücke "Antidote" und "Fire & Ice" förmlich zelebriert und gab im 3. Zugabenblock  noch "IO" zum besten. Als ruhiger Ausklang wurde "Fear" angestimmt. Nach zwei Stunden Spielzeit und 24 (!) Songs verabschiedete sich die Band endgültig. Eine beeindruckte sowie vor Glück und Erschöpfung taumelnde Menge bewegte sich in Richtung Aftershow-Party oder Richtung Heimat. Uns bleibt zu sagen DANKE Project Pitchfork, DANKE World Violation!
 
 
Nach dem Event in Sachsens Hauptstadt, reisten übrigens alle Bands weiter nach Berlin und absolvierten dort am folgenden Tag zum zweiten Mal ihre Show. Den  Bericht plus Galerien von HELL-ZONE findest du hier!
 

 
Setlist PROJECT PITCHFORK 1.11.2008 - Alter Schlachthof Dresden world-violation-pitchfork-flyer.jpg
 
 
God wrote
Carnival
Conjure
Requiem
Revolution now
Human crossing
Renascence
Carrion
Mine
Alpha omega
Lam 'bras
Drone state
The longing
K.n.k.a.
Steelrose
En garde
Existence
1. Zugabe / Encore
Timekiller
Souls
Rescue
2. Zugabe / Encore
Antidote
Fire & ice
3. Zugabe / Encore
Io
Fear
 
 
 

 

Copyright Fotos: Falk Scheuring (www.fs-digital.de)

 

 

Tags: Project Pitchfork