DIARY OF DREAMS & ZMR - Berlin - 2010 - Bericht

Geschrieben von Cara am . Veröffentlicht in Photoreports 2010

 diary of dreams53 20100412 1629133932DIARY OF DREAMS + ZEROMANCER
 
Berlin - K17 - 02.04.2010
 
 
Derzeit befinden sich ZEROMANCER und DIARY OF DREAMS im kleinen Handgepäck der UNHEILIGen "Die Große Freiheit 2010" Tour quer durch Europa. Und wenn man Handgepäck unbeaufsichtigt lässt, dann kann es schon mal andere Reisewege nehmen und spielt einen Tag vor dem ersten offiziellen UNHEILIG-Konzert in Berlin eine kleine Aufwärmrunde. Was heißen soll: Gemeinsam lud man seine zahlreichen Fans ins K17 ein und es folgten dem Aufruf derer viele.
 

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Copyright Fotos: Grit R. 


 
  So war die ruhmreiche Berliner Location am S-Bahnring trotz recht kurzfristiger Bekanntgabe der Show sehr zufriedenstellend gefüllt. Vielleicht lag es auch am Fehlen des sonstigen Puppenspielmeisters, denn die Kombi UNHEILIG & DIARY OF DREAMS & ZEROMANCER findet sich nicht sehr oft auf Ipod-Interpretenlisten dieser kleinen Szene. Meist sind alle hübsch von einander getrennt beim betreuten Tanzen anzutreffen.
 
Von der ersten Minute an war klar, dass hier im Raum treue Fans standen. Zahlreiche Hände reckten sich den Musikern von ZEROMANCER entgegen. Über einen etwas unrühmlichen Nebenaufgang bahnte sich die Band ihren Weg zu ihren perfekt positionierten und bestimmt liebevoll mit echtem Menschenbarthaar polierten Instrumenten. Wie schon längere Zeit Tradition, begann ihr Set mit einer klangvollen und bedeutsamen Einleitung. Das Intro besteht diesmal aus Zitaten aus einem Film, welche mich bislang eher verstören denn begeistern. Irgendwie geht’s um Sex und Mord und Leidenschaft? Aber  thematisch passt diese natürlich super zum neuen Albumnamen "THE DEATH OF ROMANCE". Deutlich eine Fortsetzung des Bandnamens… erst Null (Zero) und nun der Tod (Death) der Romantik.
Gleich der erste Song war von selbiger neuen CD. Mit "V" begann eine Stunde geballten Industrialrocks mit tiefsinnigen Texten und mitreißender Bühneshow.
Kim Ljung, verantwortlich für Lyrics und Songwriting, lässt auf dieser CD wieder seine tiefmelancholische Seite durch die Stimmbänder von Bandleader Alex Moklebust sprechen. Mich erinnert das immer an Cyrano von Bergerac, der seine Verse durch jemand anderen aussprechen ließ und so unbehelligt die Reaktionen darauf beobachten konnte. Im K17 sah Mr. Ljung mit Sicherheit nur Gutes.
Die Setliste wechselte gekonnt zwischen alten Hits und neuen Songs, denen man die gute Zusammenarbeit mit Dan Heide und Lorry Kristiansen (Red 7) anmerkte. Der Spannungsbogen und die Energie brach so nirgends ab. Es war eine runde Sache.
Beim Verschnaufspausen-Track "Ammonite" nutzten sie wieder das Fotografenherzen jubelnlassende Extra: Keyborder Lorry und Bassist Kim gaben effektvolle Trommelsolis neben einem entrückt wirkenden Sänger, welcher auf Zehenspitzen auf den Bühenaufbauten balancierte.
Der Hit überhaupt, "Doctor Online" mobilisierte am Schluss ihrer starken Show ihre Fans zu geschlossenen Hand-in-die-Luft-Teppichen und eine vor Glück beinah schielende Band verließ zufrieden und ausgepowert die Bühne des K17.
 
 
 
 

Setlist ZEROMANCER

 

01. Intro 2.6.25.
02. V
03. Doppelgänger I Love You
04. Clone your lover
05. Need You Like A Drug
06. The Pygmalion Effect
07. Industrypeople
08. Sounds Like Love
09. Ammonite
10. The Hate Alphabet
11. Photographic
12. Doctor Online
Auch die nächste Band konnte sich sicher sein vor vollem Haus zu spielen, der Raum wurde nicht schlagartig leerer, obwohl der Stil von DIARY OF DREAMS dem von ZEROMANCER so gar nicht ähnelt.
So in etwa wie ein Negativabbild von der ersten Band, Schwarz zu weiß. Und die dunkle Seite war ihnen sicher. Einheitlich düstere Texte, langsame Lieder, viel Schmacht drum herum.
Mit bedächtigen Bewegungen animierte Sänger Adrian Hates seine zahlreichen Fans ihn stimmlich und beifalltechnisch durch die Songs zu begleiten.
Wobei die meisten Songs hilfreicherweise recht ähnlich und mitschunkel-freudlich gestaltet sind. In der Art von: eine eingängige Pianomelodie auf Dauerwiederholung unterbrochen von kleinen Gitarrenausreißern um doch noch was rockig zu klingen. Auch das neue Album wurde nach bewährtem Muster gestrickt.
 
Jedoch schien "rockiger" heute generell der Motto zu sein schien, insbesondere die sehr gitarrenlastige Version von "She And Her Darkness" fiel dahingehend auf.
Großes Highlight für jeden DIARY OF DREAMS-Fan dann wie gewohnt am Ende des Sets, als bei "Butterfly:Dance" und  "Traumtänzer" auch wirklich alle Augen glitzerten.
Da können dann alle zufrieden nach Hause gegangen sein.
Ein Abend, an dem jeder mindestens einmal gefeiert haben sollte. Und wenn nicht, dann ist man wohl eher UNHEILIG zu getan und war zu früh am Start...
 
 
 
 
Setlist DIARY OF DREAMS
 
 
01. Intro
02. Wahnsinn
03. The Wedding
04. The Plague
05. Chemicals
06. The Chain
07. She And Her Darkness
08. King Of Nowhere
09. Requiem 4.21
10. MenschFeind
11. Hypo)crypticK(al
12. AmoK
13. Reign of Chaos
14. Regicide
15. Soulstripper
16. Kindrom
17. Butterfly:Dance!
18. Traumtänzer
19. The Curse

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Tags: DIARY OF DREAMS

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