HAUJOBB Interview 2011

Geschrieben von Knut Seltmann am . Veröffentlicht in Interviews

haujobb dd

HAUJOBB - Das Interview 

 

mit Dejan Samardzic und Daniel Myer

 
November 2011
 
 
Zur Veröffentlichung des Albums „New World March“

  

Seit dem 11.11.2011 steht das langerwartete neue HAUJOBB-Album „New World March“ in den Läden.
Für uns eine gute Gelegenheit Dejan und Daniel einige Fragen zu stellen.
Hier kommt das Interview. Viel Spass beim Lesen!
 
  


HELL-ZONE (HZ): Hallo Dejan und Daniel, schön, dass ihr euch Zeit für uns nehmt. Alles klar bei euch beiden sowie im Hause HAUJOBB zum Start vom Album?
Daniel: Alles wieder gut ;)
  

HZ: 8 Jahre sind seit eurem letzten Album ins Land gezogen. Nun war ja aber HAUJOBB immer eine Erfolgsgeschichte. Warum also diese lange Pause?  
Daniel:Ich nenne es mal Selbstfindung. Back to the Roots, zum Spass und Energy, die wir mit Haujobb verbinden....
Dejan: Erfolgsgeschichte ist relativ. Wir bewegen uns immer noch in einer sehr kleinen Nische.
 

HZ: Am 11.11.2011 war es endlich soweit. Euer jüngster Spross namens „New World March“ erblickte das Licht der Welt.
Die Vorab-EP „Dead Market“ hielt sich 8 Wochen in den Top3 der DAC. Schon beim ersten Hören war mir klar, dass dieser Song ein absoluter Überflieger werden würde. Auch das neue Album wird von fast allen Rezensenten in den Himmel gelobt.
Überraschen euch diese Erfolge oder habt ihr genau darauf hingearbeitet und euch vielleicht sogar deshalb so lange mit einem Nachfolger für „Vertical Theory“ Zeit gelassen?
Dejan: Naja, man macht ja kein Album um total erfolglos zu sein, zumindest erhofft man sich, dass es vielen Leuten gefällt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Daniel: Wir sind überrascht, dass trotz der Masse an Releases noch Platz für uns ist.
 

New World March HZ: Auf „New World March“ habt ihr das Thema Endzeit textlich und musikalisch zur Perfektion gebracht. Waren da zuerst die Texte für die ihr dann nach den passenden Sounds gesucht habt oder wie darf man sich die Entstehung vorstellen?
Daniel: Der Titel „New World March“ stand ziemlich früh fest. Aber die Thematik beschäftigt uns ja seit Anfang an.
Dejan: Begonnen hat alles mit der Soundfindung. Die ersten Schraubereien dazu liegen etliche Jahre zurück.
 

HZ: Wie lange habt ihr am neuen Album gearbeitet und wie war dabei die Arbeitsteilung?   
Daniel: Angefangen haben wir schon recht früh. Aber so richtig „ernst“ ist es erst seit zwei Jahren geworden.
 
Dejan: Eigentlich ist es eine ganz typische Arbeitsweise für diese Zeit: Es werden, dank Breitbandverbindung möglich, Demos hin und her geschickt. Am Ende hockten wir uns allerdings ganz bewusst zusammen, um es zu vollenden.
 

HZ: Als HAUJOBB habt ihr euch 1992 zusammengefunden, macht also schon seit 19 Jahren zusammen Musik. Das ist eine sehr lange Zeit in der sich in der Musiklandschaft viel verändert hat. Die Konkurrenz ist größer geworden und die Verkaufszahlen sind allgemein stark zurückgegangen. Inwieweit wirken sich diese Umstände auf HAUJOBB aus?
Daniel:Wir müssen uns mit Sachen beschäftigen, die früher Labels übernommen haben. Aber das ist gar nicht schlimm. Leider ist die Zeit sehr knapp und so bleibt immer weniger Zeit um Musik zu machen.
 
Dejan: Du sagst es schon: es wirkt sich auf den Verkauf aus. Auch ein Grund dafür ist eine Art Werteverschiebung, für viele hat der Besitz von Musik (z.B. als CD) keinen großen Wert mehr. Das sage ich hier ohne eine Wertung vorzunehmen. Es ist nun mal so. 
 

HZ: Auch die Musik von HAUJOBB hat sich seit den Anfangstagen verändert. Mittlerweile habt ihr euren ganz eigenen Sound, der in keine der bekannten Schubladen passt und den man auch nicht mit anderen Bands vergleichen kann. Wie bezeichnet ihr euren Sound im Jahr 2011?
Daniel: Wir sind Haujobb. Dark, cold und real;)
Dejan: Genau, nicht vergleichbar, und das ist gut so;)
 

HZ: Live wird es HAUJOBB in nächster Zeit nur bei einigen Festivals zu sehen geben. Warum geht ihr nicht auf Club-Tour? Der Erfolg von „Dead Market“ gäbe doch allen Grund dazu.
Daniel: Wir werden an einer Tour arbeiten.
Dejan: Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Ansicht, dass mittlerweile der „Live-Markt“ boomt, ist es dennoch nicht leicht eine Tour auf die Beine zu stellen. 
 

HAUJOBB HZ: Wie sehen, außer diesen vereinzelten Live-Auftritten, eure Pläne für die nächste Zeit aus? Können sich die Fans eventuell auf eine kürzere Wartezeit bis zum nächsten Album freuen?
Daniel: Auf jeden Fall. Wir lassen die Leute nicht noch einmal 8 Jahre warten. Aber erstmal konzentrieren wir uns, die Liveshow zu perfektionieren.
Dejan: Wir würden am liebsten jetzt schon an neuem Material arbeiten, leider gibt es noch viele andere Dinge zu erledigen. Wir beeilen uns! ;)
 

HZ: Das And-One-Konzert am 29.10. in Leipzig habt ihr quasi aus der ersten Reihe verfolgt. Reines Interesse oder steht eine Kooperation mit And One an?
Daniel:Wir sind miteinander befreundet und da schaut man sich gern mal eine Show aus der ersten Reihe an.

HZ: Dejan, du lebst in Bielefeld, richtig? Führt die räumliche Trennung zum Bandkollegen Daniel zu Problemen oder ist das in der heutigen Zeit kein Thema mehr?
 
Dejan:Ich bin 2008 nach Leipzig gezogen, also kein Thema mehr. Technisch ist es zwar möglich große Distanzen zu überbrücken, aber die Motivation ist doch eine andere wenn man zusammenhockt.
  

HZ: Was treibst du wenn du nicht gerade an HAUJOBB-Projekten arbeitest?
 
Dejan:Musikalisch plane ich gerade was solo, aber das steckt noch in den Kinderschuhen.
  

HZ: Daniel, du lebst seit 8 Jahren in Leipzig. Was hat dich damals nach Leipzig gezogen und was gefällt Dir an dieser Stadt heute am besten?
  
Daniel:Der Alkohol und die Frauen ;) Im Ernst, ich habe vor acht Jahren eine Produktion für Out of Line gemacht und dachte, das wäre meine Zukunft. Ich mochte die Stadt sehr und so fiel der Entschluss leicht, nach Leipzig zu gehen.
  

HZ: Daniel, nach den Covenant-Konzerten im Dezember stehen die Vorbereitungen für das nächste Groß-Event an. Du lädst am 6.1.2012 zur zehnten Auflage des „Planet-Myer-Day“ nach Leipzig. Dieses traditionell erste Festival im Jahr erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nicht zuletzt natürlich auch wegen der Auftritte mit jeweils einem deiner eigenen Projekte. Allerdings sind auch die Auftritte der teils weniger bekannten Gäste immer den Besuch in der Moritzbastei wert. Wie gehst du bei der Auswahl der Künstler vor?
 
Daniel: Ich versuche immer, befreundete Bands und Künstler einzuladen. Ich achte dabei aber auch darauf, dass ich die Musik mag und sie zum Konzept des PMD passt.
  

HZ: Beim nächsten Planet-Myer-Day werdet ihr als HAUJOBB den Headliner-Part übernehmen. Außerdem steht dann auch schon der zwanzigste HAUJOBB-Geburtstag an, der gebührend gefeiert werden sollte. Können sich eure Fans in deiner Heimatstadt auf eine besondere Show freuen?
 
Daniel:Es wird die erste Fulltime Show seit vielen Jahren werden. Das heisst es gibt jede Menge Altbekanntes und sehr viel Neues;)
 

HZ: Neben HAUJOBB gibst du dort auch deinem, von Alan Wilder persönlich zum elektromusikalischen Ritter geschlagenen, Projekt ARCHITECT einen Platz im Programm. Was bewegte dich zu diesem Doppelauftritt?
 
Daniel: Es wird ein Neubeginn für Architect sein. Ich werde zum ersten Mal mit Sängern arbeiten.
  

HZ: Und wo wir schon bei ARCHITECT gelandet sind, wie kam es überhaupt zu den Auftritten im Vorprogramm der RECOIL-Tour?

 

Daniel: Ein Freund aus Barcelona hatte mein Album in seinem Auto und Alan mochte, was er hörte. Daraufhin hat er mich bei Facebook angeschrieben und so kam eins zum anderen.
  

HAUJOBB
HZ: Nun aber wieder zurück zu HAUJOBB. Aus welchen Quellen schöpft ihr eure Inspiration wenn es ans Schreiben und Produzieren von neuen Songs geht?
 
Daniel: Alles. Bei mir vor allem das Reisen zu den Shows und die Shows selbst. Ich höre sehr viel Musik und lege auch noch ab und an als DJ auf.
Dejan: Filme bzw. Filmmusik sehr stark. Ich selbst höre allerdings nicht so viel Musik, muss ich gestehen. 
 

HZ: Live habt ihr einen dritten Mann dabei. Sein Name ist Manuel G. Richter. Könnt ihr ihn uns näher vorstellen?
 
Daniel: Manuel ist ein Soundexperte. Er hat sein eigenes Projekt Xabec, durch das ich ihn kennengelernt habe.
Dejan: Er lötet sogar eigene Instrumente zusammen, das ist spannend und passt perfekt zu uns. 
 

HZ: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Manuel?

 

Daniel: Er war meine erste Wahl, als feststand, dass wir zu dritt auf die Bühne wollen. Ich habe ihn gefragt und er hat zugestimmt.
  

HZ: Möchtet ihr zum Schluß noch ein paar Worte an eure Fans und unsere Leser richten? 
 
Dejan: An die sogenannten Fans (mag das Wort nicht so): Vielen Dank für eure Unterstützung!
  
  
HZ: Danke und wir von HELL-ZONE wünschen euch viel Erfolg!
 
Knut Seltmann für HELL-ZONE 

 


 

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